Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 11 (1893)
- Issue
- 1893
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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19 Hütten, Ehen und Kindern wacht und waltet Gott; leget nur euere liebsten Wünsche vertrauensvoll in Gottes Hand und harret still. — Harret Jabre, Jahrzehnte, ja, wie ich bis zu meinem Lebensabend, der Erfüllung, sie bleibt nicht aus! Und Ha gar, die in der Wüste umherirrende, die ihr vor Durst verschmachtendes Kind weit von sich wirft, um dessen Todeskampf nicht mitanzuschauen — man merkt es, daß es keine jüdische Mutter ist — ihr ruft ein Engel vom Himmel zu: ״Hagar, was verzweifelst Du, fürchte nichts, Gott hat die Stimme des Kindes gehört in welch' todesnaher Lage er sich auch befindet!" Und Gott öffnete ihr Auge, sie erblickte einen Brunnen, und Mutter und Kind sind gerettet. — Und Du willst verzweifeln, Unglücklicher, wenn die Wüste des Elends Dich anstarret, wenn Dir die Hoffnung für Dich und die Deinen zu schwinden scheint? Blick auf Hagar, ruft Dir das Rosch-Haschanafest zu, und lerne Gott uni Einsicht bitten, daß er Dir die Augen öffne, seine Hilfe zu schauen, ״wo er sie gerade gewährt." Gerade da, wo wir verzweifeln, quillt der Bronnen göttlicher Hilfe, aber unsere Verzweiflung macht uns blind, und läßt uns in der Ferne suchen, lvas Gott in nächster Nähe uns zu Füßen gelegt. — Des Lebens Bürde darfst Du nicht fortwerfen. ״Auf ermanne Dich! ruft auch Dir die Engelsstimme zu, stehe auf, ertrage muthig, קומי "שאי, was Dein Gott Dir auferlegt, pflege rüstig, was Dein Gott Dir anvertraut, lege Hand an's Werk!" Nicht der Verzweifelnde, rarh- und thatlos Dasitzende, sondern der Thätige schaut Gotteshilfe: Erst ״ החזיקי את ידך 2וStehe auf und trage, lege selbst die Hände an!" — dann — ויפקה א׳ את עיניה ותרא באר öffnet Gott Deine Augen und Du siehst den nimmer versiegenden Born seiner Hilfe." — Und was endlich lehrt uns die fromme Hanna? Hanna zeigt uns, die Kraft des Gebetes, den stillen Weg aus der Tiefe des eigenen Herzens zum Herrn der Welt. Die großen, seltenen Schicksalsschläge, die auf den Menschen herniederfallen, sind es nicht, welche seine sittliche Kraft gefährden; in irgend ein schweres Ungemach weiß sich der Festpredigten 1893. 2*