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Israelitisches Predigt-Magazin · 1893-01-01 · 1893 · p. Seite 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
11 (1893)
Issue
1893
Date
1893-01-01
Page
Seite 17 (sequence 23)
Language
German
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17 tii. Hier bin ich! Predigt am 2. Tage des Neujahrsfestes. Fragen wir, m. A., was wird an unserem heil. Neujahrsfeste, au dem des Schofar's erschütterude Stimme uns die allumfassende Lehre von Gottes Weltregierung zuruft, was wird da aus der Bibel zur Kräftigung dieser Lehre uns vorgelesen? Welche Abschnitte sind aus dem Gottesbuche für diese Tage und zu diesem Zwecke angeordnet? Entspricht ihr Inhalt der hohen Festbedeutung? — In die Patriarchenzeit versetzen sie uns, führen uns am ersten Tage die Erzählung von der Geburt Jsaks, von der Betreibung Hagar's, die betende Hanna vor, und heute am zweiten Tage die ergreifende Erzählung von der Opferwilligkeit Abrahams. Entsprechen diese Familienscenen den großen welterschütternden Lehren des Neujahrsfestes? Der Zusammenhang, den die Tradition hierfür angiebt, daß die Ereignisse sich am Neujahrstage zugetragen haben sollen, kann uns als rein äußerlicher nicht genügen, wir dringen auf eine innere Beziehung, aus einen geistigen Zusammenhang, der uns zeigt, was die Weisheit unserer Weisen bewogen hat, gerade diese Abschnitte für das Neujahrsfest auzusetzen. Und ein solcher Zusannnenhang ergiebt sich bei einigem Nachdenken als eine zwingende Nothwendigkeit. Es führt das Neujahrsfest, das fühlen wir Alle und es ist in unseren Gebeten besonders betont, uns vorzugsweise die Erhabenheit, Größe und Allmacht Gottes vor. Da beten wir: ״Heilig d. h. unnahbar bist Du, und ehrfurchtsvoll Dein Name, es giebt kein Gott außer Dir, wie es heißt: Und hocherhaben zeigt sich der Herr Zebaoth im Gerichte." — Und vor dem Glanze dieser unendlichen Erhabenheit und Größe schwindet der Mensch mit allen seinen noch so stolzen Plänen und hochfahrenden Gedanken, mit allen seinen großen und kleinen Verhältnissen und Beziehungen zur Außenwelt zu solch' unbedeutender Winzigkeit zusammen, daß zu befürchten stand, der Mensch würde garnicht wagen, Gott zu- Festpredigten 1893. . 2

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