Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 11 (1893)
- Issue
- 1893
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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15 Funken ist, den sein heiliger Odem uns eingehaucht — das Alles erst in seiner Zusammensetzung ist ein religiöser Gedanke. Und Du willst zagen? Du bringst es nicht über Dich, in einer Welt, die einem Gotte gehört, wie ihn die Religion Israels lehrt, nicht Vertrauen ztt fassen? Wo bist Dit? Wohin bist Du dann gerathen? So hast Du Dich zu diesem Gotte nicht in das rechte Verhältniß gesetzt. So ist die Quelle Deitter Sorge eilte früher zu weit gehegte Sorglosigkeit. So muß denn Deine erste Sorge sein, das Gottvertrauen zu erringen : ja erringen sagen wir, das ist wohl Manchem nicht einleuchteitd. Gottvertrauen sehen Manche an wie eine Temperameickseigenschast, wie etwas, was man sich nicht erwerben kaitn, wie etwas, was man von Natur hat, oder was Einem von Natur fehlt, was aitgeboren sein müsse. In Wahrheit ist aber Gottvertraueit ein Besitz, der aus einer gewissen Stufe religiöser Erkenntniß 1mt> namentlich auf einer gewissen Stufe religiösen Gebens Einem von selbst zufällt. Darum war es ein Besitz, dessen sich unsere Väter rühmen konnten, ein Besitz, der auch den׳ Besitzlosesten in Israel nicht fehlte. Wie sie nicht sorglos waren in religiösen Dingen, so waren sie nicht sorgenschwer in weltlichen. Uitd um diesen Zusammenhang herzustellen, dazu eben soll uns die Frage: Wo bist Du? verhelfeit. Sie soll eine Frage der Selbstprüfung sein, wie sie sich geziemt an einem Neujahrstage. Sie soll uns sorgsam machen, aber die Besorgtheit nehmen. Sie soll, wie sie einst als göttliche Stimme den ersten Menschen hervortrieb aus seinem Versteck, in das die Sünde ihn getrieben, zu seinem eigenen Heit, so auch uns bringen zur Selbsterkenntniß, zu unserem Heck. Unser heutiges Fest hat ja wesentlich diesen Charakter, und sein Symbol ist der Schofar. Bestimmter, deutlicher kann sich der Charakter eines Festes nicht ausprägen, als der unseres Festes in dem Brauche, den wir üben, indem der Schofarton einerseits von beu Propheten als erschütternd und erweckend geschildert wird, sehen sie andererseits in seinem