Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 11 (1893)
- Issue
- 1893
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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11 Garten, und sie versteckten sich. ״Aber Gott ries den! Adam zu und sprach zu ihm: אינה, Wo bist Du?" wollen auch wir denn 1,1., A., heute nicht in unserem gewohnten Verstecke bleiben, sondern vernehmen die Stimme Gottes, die uns frägt: Wo bist Du? Welchen Inhalt und Gehalt aber die Frage für uns haben kann, das sei Gegenstand unserer heutigen Betrachtung, die der Herr an uns allen segnen möge! Amen! I. Wo bist Du? In der Thal, es giebt keine passendere Frage für einen Neujahrstag; denn wie verschieden auch der Nachdruck und der Eindruck sein mag, mit dem diese Frage unser Dhr trifft, je nachdem wir Ursache haben, diesen Tag zu fürchten oder nicht, immerhin wird sie für Jeden die richtigste Frage sein an eine״. Tage, der vor Allem der Gedankenlosigkeit und Sorglosigkeit des Wandelns und Handelns entgegentreten will. ,,Wo bist Du?" so redet das Heute zu dem älter werdenden Menschen, — und älter sind wir ja Alle getvorden — das wird zunächst ain heutigen Tage für uns den Sinn haben: An welchem Punkte des Lebens bist Du angekommen? Denn wenn Dich der heutige Tag an den Fortschritt der Zen erinnert, so erinnert er Dich auch zugleich daran, daß Du diesen Fortschritt der Zeit mit einem Stück Deines Lebens bezahlst. Wer kann Neujahr feiern, ohne ffich zn sagen: Das Jahr ist zwar neu geworden, ich selber aber werde durch diese Erneuerung nur älter. Was besagen denn die Ausdrücke: ״Die Zeit ist flüchtig, sie vergeht schnell" — anders, als: ״Das Leben ist flüchtig, vergeht schnell." Wer kann Neujahr feiern ohne sich zu sagen: Nicht sowohl die Zeit vergeht, als vielmehr meine Zeit vergeht; denn was von der Vergänglichkeit und Kürze der Zeit gesagt wird, soll ja im Grunde Vergänglichkeit und Kürze des Lebens