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Israelitisches Predigt-Magazin · 1893-01-01 · 1893 · p. Seite 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
11 (1893)
Issue
1893
Date
1893-01-01
Page
Seite 10 (sequence 16)
Language
German
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10 11. Wo bist Dn k (*ine Predigt zum 1. Tage des Neujahrsfestes. Andächtige Gemeinde! Die inhaltreiche Bedeutung, welche die jüdische Lehre dem heutigen Tage gegeben, wird von der Tradition sinnig und ties daraus zurückgesührt, daß es der Tag sei, an welchem der erste Mensch aus Gottes Hand hervorgegangen, an welchem er ins Paradies gesetzt, an tvelchem er aber auch zugleich der Menschlichkeit den Tribut gezollt, in Sünde verfallen, gerichtet und durch göttliche Gnade sreigesprochen worden sei. Da habe Gott, so fährt der Midrasch fort, zu Adam gesagt: זה סימן לבניך ביטס •מעמדת לפני בדין ״ ביוב הזה ויצאת בדימוס ,בך בניך עתידי! לעמודDas sei ein Zeichen für a' l e Adamssöhne. Wie Du heute zu Gerichte gestanden hast und freigesprochen worden bist, so werden einst Deine Söhne an demselben Tage vor mir zu Gericht stehen und freigesprochen werden." Wahrlich, m. A., eine Sage sinnig und tief, die unS das richtige Verfahren lehrt an diesem Tage des Herrn. Wer heute vor Gericht steht, das liegt deutlich in diesem Midrasch, der wird sreigesprochen, und wenn er auch wie Adam in Folge dieses vor Gerichtstehens aus dem Paradiese getrieben wird, aus dem Paradiese der Zufriedenheit mit sich, des Glaubens an sich, des Vertrauens auf sich, dennoch freigesprochen, weil er vor Gericht steht, in Anbetracht des Verdienstes, daß er vor Gericht steht. Aber wie erfüllen wir die Bedingungen für das Freigesprochenwerden? Wie stehen wir vor Gericht? M. A., der Midrasch hat uns auf Adam verwiesen, und wir müßten die Weisen des Midrasch nicht kennen, wenn wir zweifeln wollten, daß in der Erzählung von Adam eine bestimmte Antwort auf unsere Frage enthalten sein wird. Als Adam und seine Frau, heißt es in der bibl. Erzählung, das Gebot des Herrn übertreten hatten, da hörten sie die Stimme Gottes wandeln im

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