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Israelitisches Predigt-Magazin · 1893-01-01 · 1893 · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
11 (1893)
Issue
1893
Date
1893-01-01
Page
Seite 4 (sequence 10)
Language
German
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[ii c* ■ <י;5 ״ ליי אלהיבםKinder seid Ihr dem Ewigen, Euerem Gotte!" Darin liegt der Adelsbrief des Menschen, damit ist seine ganze Hoheit und Würde ausgedrückt! Nicht Macht und Gewalt, nicht Furcht, nicht Eigennutz, sondern die Liebe, und zwar die reinste, die väterliche, bildet das Band, das uns zu unserem Gotte in Beziehung setzt. Alle Bande können reißen, das der Eltern zum Kinde nie. Das fehlende Kind, das undankbare, ein Kind bleibt es seinem Vater. Und in solchem Verhältnisse stehen wir zu Gon: בין שאתם נוהגים בבנים ,בין ״ לא ,אתם קרויים בניםIhr wöget Gott in kindlicher Innigkeit anhangen oder nicht, seine Kinder bleibet ihr doch." Und wenn das ob seiner Sündenschuld trauernde Zion ausrust: ״Gott hat mich verlassen, der Herr mein vergessen!" so kann der große Trostprophet keinen tröstlicheren Zuspruch finden als den Hinweis auf die Elternliebe: ״Vergißt eine Mutter des Säuglings? Kann sie aufhören, das Kind ihres Schooßes zu lieben? und selbst wenn diese es könnte, ich vergesse dein nimmer!" lJesajas 50, 14 -15.) Wie nun das Glück des Kindes Ziel und Zweck der väterlichen Erziehung ist, so will Gott, unser Allvater, durch die offenbarte Religion den Menschen zum größtmöglichen Glück erziehen. ״Was fordert denn der Ewige, Dein Gott, (für sich) von Dir? Er verlangt nur, daß Du ihn ehrsürchtest, ihn liebest und in seinen Wegen wandelst, auf daß es Dir wohlgehe allezeit!" (5. B. Mose 10, 12.) Allein, wie nur die Erziehung eine gute genannt werden kann, die ihr beständiges Augenmerk auf das zu erziehende Kind richtet, auf jede Bewegung desselben achtet, keine seiner Thaten außer acht läßt, so versieht der Herr sein großes Menschenerziehungswerk auch in der Weise, daß sein allsehendes Auge stets auf uns gerichtet ist, daß er mit ewig wachem Blick all unser Thun und all unsre Wege, unser Kommen und Gehen, unser Dichten uud Trachten, unsernHandel und Wandel beobachtet, wie unserTextwort es ausspricht:הבל צפוי ״Alles wird von oben gesehen!" — Alles, hört Jhr's, nicht blos das große Ganze, nicht blos die gewaltigen Weltenkörper,

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