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Israelitisches Predigt-Magazin · 1893-01-01 · 1893 · p. Seite 3

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
11 (1893)
Issue
1893
Date
1893-01-01
Page
Seite 3 (sequence 9)
Language
German
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3 das Wohlgefallen 'Gottes und somit seinen Segen sich erwirbt, sowie umgekehrt durch die böse Thal Gottes Mißfallen d. h. den Fluch aus sich ladet. Die Besprechung dieses Gegenstandes ist eine würdige Vorbereitung zu deu bevorstehenden hohen Festen; denn wenn wir vom Neujahrs- und Versöhnungstage etwas Ersprießliches erwarten, so müssen wir vor Allem iliit dem offenen Anerkennen unserer Sünden vor Gott hintreten, und wir können uns nicht in Wahrheit als reumüthige Sünder fühlen und bekennen, wenn wir nicht durchdrungen sind von der Ueberzeugung, daß uns die freie Wahl zustand, eine Sünde, diewir begangen, ebensogut zu unterlassen, kurz, daß wir Wittenssreiheit besitzen. Diese Ueberzeugung in uns zu stärken und zu festigen, das sei die Aufgabe unserer heutigen Ellul-Betrachtung, zu der wir den Text aus jenem Spruchbuche nehmen, in dein wie in einein Schatzkästlein die herrlichsten Lehren und Sittenspräche gleich kostbaren Perlen nebeneinander gereiht sind, aus den ״Sprüchen der Väter." Da lautet ein kurzes Sätzchen, das die Gedanken der ganzen göttlichen Weltregierung, klar und faßlich, also ausdrückt: הכל צפוי ״ והרשות נתינהAlles wird gesehen, der freie Wille aber ist gewährleistet^. An diese vier Worte laßt uns unsere heutige Betrachtung knüpfen, die folgende zwei Grundlehren unserer Religion erhärten will: 1) Gott ist allwissend. 2) Der Mensch ist frei. Möge Gott uns hierzu seinen Beistand verleihen und uns theilhaftig werden lassen ״ את הברכה ,אשר תשמעוdes Segens, daß Ihr aufmerksam höret." Amen! I. M. a. Z. Es giebt wohl keine schönere, treffendere, ich möchte sagen, süßere Bezeichnung für das Verhältniß des Menschen zu Gott, als diejeuige ist, bereu unser heutiger Wochenabschuitt sich bedient, mit den Worten: כנים אתם Festpredigten 1893. 1*

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