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Israelitisches Predigt-Magazin · 1893-01-01 · 1893 · p. Seite 40

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
10 (1893)
Issue
1893
Date
1893-01-01
Page
Seite 40 (sequence 131)
Language
German
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40 großen Schaar seiner Bekannten und Freunde die Annehmlichkeit des Lebens zu erhöhen. Er stammte aus einem Adelsgeschlechte in Israel, und sein frommer und gelehrter Vater, seine ob ihres Wohlthuns und ihrer edlen Weiblichkeit gefeierte Mutter haben ihn erzogen nach altjüdischer Sitte, daß er die erhabene Weisheit der heiligen Schrift frühzeitig in sich aufnahm, daß sein Charakter ernst und gefaßt wurde durch Lehre und Beispiel. Seine Jugend fällt in die Zeit, welche für das Judenthum ein Zeitalter des Uebergangs und der Wandlung war, wo das Alte mit Macht zurückgedrängt wurde, und ein Neues sich zum Dasein aufrang, aber noch keine bestimmte Gestalt und Form gewonnen hatte, und wie manche, die an der Grenzmark zweier Nationen wohnen, die Vorzüge beider in sich vereinen, so fanden sich bei manchen Israeliten, die an der Grenzmark dieser beiden Zeiten lebten, die Vorzüge des alten Judenthums und der Gegenwart zu prächtigem Kranze zusammen; bedürfnißlos, demüthig, arbeitsam, fromm wie unsere Altvordern, dabei mit geöffnetem Sinn, hochstrebend und freisinnig wie die Sprossen des modernen Lebens. Solch eine Vereinigung und Versöhnung des Judenthums und des modernen Bildungsstrebens stellte der Entschlafene in sich dar. Alle Tugenden des alten Israel besaß er ohne die Schwächen und die Beschränktheit; sein Familiensinn, sein Muth, sich zu seinem Glauben und seinen Glaubensgenossen -zu bekennen, waren über jedes Lob erhaben und werden sicherlich seiner Familie als ein nachahmenswerthes Muster stets gegenwärtig sein; er war ein Jude durch und durch und fühlte jede Unbill um so schwerer, die seiner Glaubensgemeinschaft zugefügt wurde, weil sein Fühlen zarter war als das der Meisten, und sein ganzer Zorn entflammte, wenn das Judenthum verunglimpft wurde; mit inniger Liebe betrachtete er die Ueberlieferungen der Vorzeit; er war zu aufgeklärt, um jede Ausklürungsphrase nachzusprechen. Aber so sehr er ehrwürdigen Brauch in Ehren hielt, so wenig er auch auf religiösem Gebiete 51t den Männern

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