Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 10 (1893)
- Issue
- 1893
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 126)
- Language
- German
- Belongs to
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35 entschlafenen Freundes. Er hat im Kampfe des Lebens Zufriedenheit gelernt, aber sie war ihm keine bittere Resignation, sondern süße Lebensfreude; da er die irdischen Genüsse nicht achtete, so ergötzte er sich auf den Höhen des Lebens, in der Ausbildung seines Geistes, und ohne besonderes Bangen erwog er den letzten Gang durch das Thal des Todes. Sie, m. g. L., stehen bekümmert an seiner Bahre.' Aber sein Lebensbild ist wohl geeignet, Sie zu trösten, Sie zu mahnen, nach seinem Beispiel das Unabänderliche gelassen zu ertragen. Hat doch die Gattin, von Trauer gebeugt, Trost und Erhebung in dem Bewußtsein, daß sie ihn gehegt und gepflegt hat, daß sie ihm den Abend seines Lebens mit besonderem Glanze erleuchtet hat. Gott tröste die Trauernden und gebe der zufriedenen und friedlichen Seele den ewigen Frieden! Amen. XU. Urdc am Grabe eines «nnerheirathet gebliebene« Greifes. G. T.! G. L.! Es ist eine besondere Gnade, die die Gottheit einem Sterblichen gewährt, wenn er der Sproß eines edlen Geschlechts ist,'wenn er von guten und tüchtigen Eltern stammt. Mannigfacher Vorzug, um den Andere mühselig ringen müssen, ist ihm gleichsam in der Wiege mitgegeben; denn biegsam und leicht zu lenken ist die junge Seele, und wo das Haus einem guten Gartenland vergleichbar ist, und wo die Eltern die trefflichen Gärtner sind, da entfaltet sich Geist und Charakter besser und edler. Bis in das späteste Leben macht sich selbst bei hochherzigen und reichbegabten Menschen der Mangel geltend, wenn in jungen Jahreil die günstigen Einflüsse des Eltern- Hauses gefehlt haben; es fehlt die harmonische Ausbildung Grabprediglen. 3*