Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 10 (1893)
- Issue
- 1893
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 122)
- Language
- German
- Belongs to
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31 heiligen Begeisterung, mit dieser Begeisterung für das Heilige, wer tritt in die Lücke, die hier gerissen worden ist? Aber wenn uns der Berlnst erschüttert, so kann uns die Erinnerung trösten. Wir lesen am nächsten Sabbath, wie, als in ganz Egypten Finsterniß herrscht, cs Licht war in den Häusern Israels; und als die Aegypter heimgesucht wurden, da ruhte der Schutz Gottes über den Wohnungen ׳ der Israeliten und der Verderber nahte ihnen nicht, denn er sah die Zeichen, die mit einem Bündel Psopkraut an den Pfosten angebracht worden waren. Mop ist das Sinnbild der Demuth, der Bescheidenheit, und der Verderber kommt nicht durch die Pforten, hinter denen bescheidene, demüthige Menschen wohnen. Licht war es alle Zeit in dem Zelte dieses verehrten Greises und fern blieb ihm der Verderber, denn der Mop war gleichsam das Wappen dieses Hauses, zu aller Frömmigkeit zierte diesen Greis auch der sanfte bescheidene Sinn, der ihm aller Orten Freunde warb. Licht war sein Leben; sein Herz hat es ausgestrahlt über seine Umgebung, und die Gnade Gottes hat cs über ihn ausgestrahlt; funsundfünfzig Jahre einer glücklichen Ehe mit der Gefährtin seiner Jugend waren ihm beschieden und was war dies für eine Ehe? da begegnete noch derGreis derGreisin mit fast bräutlichcr Zärtlichkeit und glühte noch in den Herzen der Alten die Liebe der Jugend, da blühten noch die Rosen, die anderwärts alle schon in den Herbststürmen verblühen und dahin welken, das war ein Liebespaar im Schmuck der grauen Haare; war es nicht natürlich, daß die Kinder, die diese Eintracht und Innigkeit sahen, die so herrliche Vorbilder ständig vor Augen hatten, gut uud tüchtig wurden und in Ehrfurcht gegen die Ellern heranwuchsen, allen ihren Kindern konnten die Eltern ein eigenes Heim erbauen und sich ergötzen an dem Heile und Gedeihen; es sah der Greis den Erfolg seiner Erziehung, seine Kinder zu Achtung und Ansehen emporsteigen, er durfte in Rüstigkeit Mitarbeiten am Erziehungswerke der Enkel, die Keime der Religion in die jungen Seelen legen, sodaß diese Enkel von dem ehrwürdigen Großvater belehrt, sich vor andern aus-