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Israelitisches Predigt-Magazin · 1893-01-01 · 1893 · p. Seite 80

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
10 (1893)
Issue
1893
Date
1893-01-01
Page
Seite 80 (sequence 91)
Language
German
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— 80 — überwacht die Gänge ihres Hauses, das Brod des Müßigganges ißt sie nicht." Wie vom jerusalemischen Heiligthum' ׳also gelte auch vom Heiligthum oer Ehe der Grundsatz: אין שנות במקדש, es herrsche darin kein müßig Feiern", sondern, ,״;;נודדrege Thätigkeit!" Was könnte uns auch mehr zur Thätigkeit anspornen, als der Ehestand, das Familienleben? Wer arbeitet nicht gern und freudig, so er weiß, daß die Früchte seines Fleißes den geliebten Personen zu Gute kommen, an deren Leben unser ganzes Leben hängt. Auch Opfer fordert nicht selten der Altar der Ehe — da muß die Liebe doppelt sich bewähren. O, daß es stets nur Dank- und Freudenopfer wären, die Sie aus demselben darzubringen hätten. Seien Sie auch stets und gern bereit, um des häuslichen Friedens willen Manches zu opfern vom eigenen Willen, das sind die rechten Friedensopser auf dem Altar des häuslichen Heerdes. Die dritte priesterliche Aufgabe ist: ״ אהודותBelehren." Wenn der höhere Zweck des Ehestandes, unsere Vervollkom mnung, erreicht werden soll, dann werden Gatte und Gattin einander zu belehren und zu unterweisen haben. Wir treten Alle unvollkommen in die Ehe, uns hasten Schwächen und Mängel an, die wir durch nachsichtige Belehrung allmählich abstreifen sollen. O, daß kein Ehepaar die goldene Erziehungsregel unserer Weisen für die Schule der Ehe außer Acht ließe, daß ״der Aufbrausende nicht zum Lehrer tauge", sondern daß wer bessern will, mit Liebe und Sanstmuth belehren müsse. Auch der Gattin ist ein Theil dieses Lehrberufes zugewiesen : ״Wer ohne Gattin durchs Leben geht, entbehrt der Thora, d. h.der Belehrung" — lehren unsere Weisen. Ja, die Gattin ist die beste Lehrerin des Mannes, sie will ihn möglichst fehlerlos sehen, sie will stolz auf ihn sein. So wetteifert in der Erfüllung der dreifachen Priesteraufgab e: einander zu hüten in Liebe und Treue, für einander th ätig zu sein mit Lust und Eifer, gegenseitig sich zn b clehren mit Milde und Sanstmuth — dann wird sich an Euch auch der Priesters egen bewähren: Der Herr segne u. s. w. A m e n!

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