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Israelitisches Predigt-Magazin · 1893-01-01 · 1893 · p. Seite 79

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
10 (1893)
Issue
1893
Date
1893-01-01
Page
Seite 79 (sequence 90)
Language
German
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79 Auf welche Weise aber wird dieses erhabene Ideal des Ehestandes erreicht? Welches ist die Priesteraufgabe des Ehe- Paares, der Priesterdienst, den Gatte und Gattin am Altäre des häuslichen Heerdes unausgesetzt zu verrichten haben? — Auch hierfür giebt uns das ״Priesterbuch" die nöthigen Andeutungen. Dreifach war die Aufgabe, die den Priestern im ehemahligen Heiligthum zugewiefen war: a) ״ ,לשמורzu hüten die Hut des Heiligthums," b) ״ לעבודzu verrichten den Dienst des Herrn," e) ״ להורותzu unterweisen die Kinder Israels." Dieselbe dreifache Aufgabe stellt die Ehe an jedes Ehepaar, Zuerst: לשמור zu hüten das Bündniß der Ehe als ',משמרת הר, als eine ״heilige Hut", als ein heiliges vor Gott geschloffenen Bündniß, das beiden Theileu eine Hut und gegenseitigen Schutz gewähren soll. ״Der Mensch im ehelosen Zustande lebt wie die alten Weisen es ausdrücken - ohne Segen, ohne Glück, ohne Freude, ohne Schutzmauer", und sie haben Recht: denn was ist die Freude, der Segen, das Glück werth, das der Mensch einsam und für sich allein genießt, ohne es mit liebenden Personen zu theileu? und andererseits wie doppelt verlassen ist der Alleinstehende, wenn Krankheit, liicib oder sonstiges Unglück über ihn kommt, ohne das eine zärtliche Hand ihm Hülfe oder Drost spendet. Euere erste Aufgabe im Ehelebcm ist also: ״ ,לשמורeinanderzu beüten und zu beschirmen, einander zil stützen und zu beschützen." Die zweite Aufgabe bezeichnet das Wort-״ לעבודzu arb eiten", den Dienst zu verrichten, und zwar איש על עבודתו ״Jeder DH eil in feinem Wirkungskreise." Zu arbeiten, zu erringen nitb zil erschwingen ist des Mannes Dheil, — durch häuslichen, wirtschaftlichen Sinn das Gewonnene zusau! men halten, der Gattin Allfgabe. Zu des Mannes Thätigkeit muß der Hausfrau Sparsamkeit sich gesellen, sonst ist, um mit den Propheteil zu redell, ״aller Gewinil in ein durchlöchertes Sieb geschüttet." Jii dem salomonischen Liede, welches das Lob der jüdischen Hausfrau singt, heißt es: ״Sie

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