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Israelitisches Predigt-Magazin · 1893-01-01 · 1893 · p. Seite 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
10 (1893)
Issue
1893
Date
1893-01-01
Page
Seite 11 (sequence 22)
Language
German
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gegenseitigen Liebe im Hause leuchten, dem das! Unlautere und Unschöne verborgen bleibt, er trägt als das Beste aus dem Elternhause den reinen Charakter, die Gewöhnung zum Guten. Auch Eie, g. B.! sind Ihren Eltern für diese köstlichste Gabe verpflichtet: n׳enn Eie heute wegen ihrer geistigen und sittlichen Tüchtigkeit geachtet und geehrt sind, Sie sind nicht stolz genug, cs dem eigenen Verdienste znzuschreiben, das Vorbild der Eltern ist es, an dem sich ihre jungen Seelen frühzeitig emporgerankt haben zu den Höhen der Tugend. Als die Israeliten das Passahtamm darbrachten, gehörte zu den Sinnbildern des Opfers das Jsob, das Zeichen der Bescheidenheit, denn Gott nimmt kein Opfer an, das nicht in Demuth gespendet wird. Von Mose, dem großen Gesetzgeber, der so viele glänzende Vorzüge des Geistes und des Charakters besessen hat, hebt die heilige Schrift nnr einen ausdrücklich hervor: sic meldet von ihm: ״Der Mann Moses war gar sehr bescheiden, mehr als andere Menschen." Und dies wird auch immer ein Prüfstein bleiben für den Werth eines Charakters, ob einer vom Erfolge berauscht und übcrmüthig wird, oder ob er seinen schlichten bescheidenen Sinn bewahrt. Ihre Eltern, g. Braut, haben Ihnen unb Ihren Geschwistern hierin eilt schönes Vorbild gegeben, dem Sie getreulich gefolgt sind. Sie sahen vor sich einen schlichten Haushalt, der aus der einfachen bürgerlichen Ordnung nicht heraustrat, und der Wohlstand machte sich hauptsächlich nur dann bemerkbar, wenn es galt, den Armen und Bedrängten lvohlzuthun oder Ausgabeit des Gemeindewohls in wirksamer Weise zu fördern. Gerade dieses schlichte Wesen verträgt sich am besten mit der Festigkeit des Charakters und des Willens; alle Tugend, die viel Worte macht, ist verdächtig, alle Liebe, die einen überflüssigen Prunk an schönen Reden entfaltet, ist oft wie Schaum unb Schein. Sie sahen vor sich feiles Liebeswalten, das in Thatcn sich äußert, wenn der Eine dem?ludern zu Gefallen lebt, für ihn sinnt und strebt, und Alle über den engen Kreis des Hauses hinweg denjenigen

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