Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 10 (1893)
- Issue
- 1893
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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10 ihnen gewährt hast von der Kindheit Tagen bis zu dieser Stunde, wo der höchste Segen als Segen des Höchsten ihr Dasein erleuchtet. Aber aus des Herzens Diesen erhebt sich auch das Gebet um die Zukunst: wir alle wissen das Wort -des frommen und weisen Königs: ״So der Herr nicht das Haus baut, mühen sich vergebenes die Meister." Die Eltern haben sürsorgend sich bemüht, ihren Kindern den Weg zu ebnen, dieses Paar selbst ist durch Bildung des Geistes und des Herzens dazu befähigt und berufen, eine Heimstätte der Tugend und edler Sitten zu gründen: was aber ist ein Bau von Menschenhand, wenn Du ihn nicht festest, wenn nicht der ^egen von den Höhen der Kitt wird, der ihn zusammenhält. D blicke freundlich nieder aus die's liebende Paar, segne den Vorsatz, den Entschluß in dies neue Haus zu laden die Engel der Liebe, der Tugend, des Wohlwollens und edler Menschlichkeit, gieb diesem Bunde, der vor Deinem Angesicht geweiht wird, jeden Erfolg und jede Freude! Mögen die Eltern noch lange des Glückes froh werden, das im Hause der Kinder blüht und möge dieser Bund, der zur Frühlingszeit kurz vor dem Frühlingsseste geschlossen wird, einen dauernden Herzensfrühling diesem Paare bringen. Amen! G. B.! Die heilige Schrift enthält nur wenig Lehren aber viel Erzählungen, denn auch wenn wir lesen oder hören, prägt sich die Darstellung des Wirklichen unscrm Gemüthe weit fester ein, als ein dürrer Spruch, als irgend eine auch noch so richtige allgemeine Lehre. Wenn aber schon aus einem Buche das Beispiel deutlicher und eindringlicher zu uns redet, als irgend ein Gedank^ oder Grundsatz, wie wichtig wird vollends für uns das lebendige Beispiel, das wir täglich vor Augen sehen, das Thun und Lassen der Eltern und der Hausgenossen. Darum verweilen Sie, g. B.!, sicherlich mit dem Geslihl wärmsten Dankes und innigster Verehrung bei den Erinnerungen an das Elternhaus; der Mensch ist vielfach ein Produkt seiner Erziehung, es läßt sich darüber streiten, ob Ermahnungen oder Warnungen einen großen erziehlichen Einfluß haben; aber was einer von Jugend an täglich vor Augen sieht, das wird unwillkürlich zum Theil seines eigenen Selbst. Heil dem, dem stets die edelsten Bilder des Fleißes, der Gerechtigkeit, der Frömmigkeit, des Wohlwollens, der