Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 10 (1893)
- Issue
- 1893
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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12 die Hand reichen, die der Hilfe bedürftig sind. Schlicht aber fest und unerschütterlich ist auch der religiöse Sinn in Ihrem Elternhause. Nicht gerade dag eine Frömmigkeit herrscht, die ängstlich auf alle Formen und Formeln achtet. Aber Grund und Kern des alten Iudenthums sind Ihnen heilig und unantastbar und alle die Ihrigen gehören ,;m° treuen Wacht bei dem religiösen Erbe, deren Auge nicht geblendet wird, wenn Glanz oder Ehren verlockend zum Abfall laden. Wenn Sie, geehrtes Brautpaar, alle diese Tugenden in Ihr Haus pflanzen, so ist dies wesentlich das Berdienst der Eltern, die Ihnen ein lebendiges Lehrbuch des Guten find. Und dieser schlichte Sinn ist auch der Schlüssel, der Ihnen in der Fremde die Herzen öffnen wird. Selbst Borurtheile werden entwaffnet, wenn wir statt durch Worte, lieber durch ein einfaches biederes Verhalten sie zu widerlegen suchen. Auf diesem festen Grund ist ihr Haus gebaut, so wird es mit Gottes Hilfe gegen jeden Sturm Stand halten. Unter glückverheißenden Zeichen wird dieser Bund geschlossen: giebt es doch nach jüdischer Auffassung keinen edlern und höher» Beruf als denjenigen, dem Sie, g. B.!, sich widmen. Es heißt in der Schrift: "״ :ביי המשפט לאdas Nechtsprechen ist etwas Göttliches," wer dieses heilige Amt übt, wer die Waage des Rechtes in seinen Händen hält, der trägt neben einer schweren Bürde auch eine hohe Würde und die Hoheit des Berufes wird zum Segen auch für das häusliche Leben der Gatten. Ein Zeichen des Glückes ist es, daß ihre Eltern und so viele ihnen treu ergebene Menschen für Ihre Zukunft beten, aber die sicherste Bürgschaft und Botschaft einer lichten Zukunft ist das Bewußtsein, daß Sie einzig aus inniger Neigung sich die Hände zum Lebensbunde reichen, daß sie Jahre lang diese Steigung still und treu im Herzen gehegt haben, bis ihr Gewährung geworden ist. G. B.! Sie scheiden aus dem Elternhause, von lieben Geschwistern, Anverwandten und Freunden, die Alle Ihnen innige Liebe gespendet, die alle Ihr edles weibliches Walten geehrt haben; Sie gehen aus einer Stadt, in der Viele, denen Sie persönlich nicht