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Israelitisches Predigt-Magazin · 1892-01-01 · 1892 · p. Seite 45

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
9 (1892)
Issue
1892
Date
1892-01-01
Page
Seite 45 (sequence 169)
Language
German
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!5 aber auch wer so Herrliche׳:׳ nnb fast Ubbermeuschliches erreicht hat, will den Erfolg nicht preisgeben, den die Liebe bietet, und das zärtliche Wort der (Katrin, der Kinder herziger Znrns dünken ihm köstlicher, denn der brausende Beifall von Millionen. Wer weithin als Herrscher vereint wird, erträgt es oft freudig, einem Weibe zu dienen, unb für eine Wsil vergißt er im stillen Glück des Hanfes die Erfolge und die Ehren der Welt. Auch der Ccean wogt und braust nicht immer; auch er glättet seine Flnth zuweilen zur klaren, ebenen Fläche, über ihm dehitt sich der blaue, wolkenlose Aether, die schärfere Sonne bricht sich in zahllosen Strahlen und tiefer und deutlicher schauen wir in das Herz des Meeres, fast tvähttend, wir könnten ihm auf den Grund blicken: und feierlicher noch und erhabener denn der Aitblick des bewegten Meeres stimmt uns die Ausschau ans die stille, unübersehbare Flnth, die in ihrem ruhigen Gleichmaß alt die hoheitsvolle Würde der Gottheit selbst uns zil lnahltell scheint. So dünkt uns der große Mann besonders der Verehrung werth, wenn sein Daseilt liebelt Bildern des Kampfes uns auch Bilder des Friedens darstellt, wenn er neben dem Staate auch dem Hanse angehört, wenn er, die Sonne einer Nation, es llicht verschmäht, das milde Licht der Familie zu sein, wenn er zu dem Ruhme, der Vater eines Volkes zu heißen auch den andern einfacheren hinzugesellt, ein treuer und sorgsamer Vater seiner Kinder zu sein. Es ist nicht eitle Neugier, lvenn wir dem Denker, dem Helden, dem Dichter uub Propheten nachspüren, ob er Liebe hegte zu den Seinen, zu Gattin und Kind, zu Bruder und Schwester, sondern das richtige Gefühl, daß die Nächstenliebe nun doch zuvörderst den Nächsten im eigentlichen Sinne des Wortes ztl Gute kommen müsse, daß es keinen Sinn hat, sich der Welt zu widmen und sich den Seinen zu entziehen. Da wittert die Welt mit gutem Grunde höchst irdische und selbstsüchtigeMotive, als: den Ehrgeiz, die Gewinnsucht u.a., nicht aber den unbezwingbaren Drang seine Nebenmenschen zu bessern und zu erheben. Tiefsinnig sagen die Alten darüber:

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