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Israelitisches Predigt-Magazin · 1892-01-01 · 1892 · p. Seite 40

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
9 (1892)
Issue
1892
Date
1892-01-01
Page
Seite 40 (sequence 164)
Language
German
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tzSracl sagen? Daß es einst erlöst werden würde. Woraus aber soll sich diese Hoffnung gründen? Dies ist die große Frage, welche Israel so lange und so oft beschäftigt hat dies die Frage der Menschheit, welche Israels Geschick mit Aufmerksamkeit betrachtet, es ist die allgemeine Frage: ״Worauf gründet der von irdischem Leid Heimgcsuchte seine Bcsrciungshofsnung?" Auf diese Frage konnte der Prophet von dem Gläubigen, von dem Bescheidenen, von dem. der mit Selbstverleugnung tiefer in die Lösung der Frage eindrang, etwa folgende Antwort erwarten: Ein Volk ist wie ein Batun. So lange dieser mit seinen Wurzeln fest in seinem mütterlichen Boden haftet, so lange die Aeste und Zweige fest verbunden mit dem Stamme bleiben, so lange wird kein Sturm ihn entwurzeln, so lauge seine Triebkraft jeden Stein zerbröckeln und die Schößlinge immer erneuen und vergrößern. Ist aber der Boden gelockert, haften die Wurzeln nicht mehr fest in ihm, wo soll er wachsen, wie soll er widerstehen? Ein Spielball des Sturmes wird er bcrausgerissen und verdorrt, um von Anderen vernichtet zu werden. So auch mit einem Volke. Es hat gemeinsame Wurzeln und einen Boden, in dem sie wurzeln? Wer sind diese anders als die Stammväter desselben? Und soll das Volk fest im Ringkampfe mit den Völkern, mit den zerstörenden Gewalten dastehen, was ist da nothwendiger als den srammväterlichen Ursprung zu bewahren? Die Lehren und Sillen, in denen jene ihre Schicksale aufbewahrt, sie sind die geisiigen Grundlagen, auf denen eines Volkes Stamm emporragt? Die gemeinsamen Ziele, welche jene erstrebt und erreicht, das gemeinsame Band, das sie umschlingt, die Ideen, von denen jene erfüllt, der Geist und der Charakter, der sic gestaltete und durchdrang, sie sind das Werk der Väter, sie sind der heilige Boden, auf dem ein Volk scststchen muß, um seinen Bestand zu erhalten, und die Befreiung wieder vorzubereiten. Was also konnte ehedem für Israel das Mittel der Erlösung anders sein, als das Verdienst der Väter?

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