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Israelitisches Predigt-Magazin · 1892-01-01 · 1892 · p. Seite 41

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
9 (1892)
Issue
1892
Date
1892-01-01
Page
Seite 41 (sequence 165)
Language
German
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Öft nicht die Religionsidee, welche uns einigt, ein Verdienst unserer Väter, ist nicht die Hingebung mit der wir ihr dienen, ein Verdienst unserer Väter? Haben wir nicht unseren Müttern zu danken die Sittenreinheit der Sarah, die Entschlossenheit der Rebekka, die Liebesfülle der Rahel, die Arbeitsemsigkeit der Leah? Wenn also der begeisterte Prophet die Erlösungsfrage beantworten sollte, mußte er da nicht zunächst auf das זבות אבות Hinweisen? Und womit anders konnte er in seiner Bildersprache diesen festen Grund vergleichen, als die Väter mit den Bergen und ibrer Festigkeit, die Mütter mit den Hügeln und ihrer Dauer? Wie aber, so müssen wir fragen, kann ein Volk, eine durch Abstammung verbundene Gemeinschaft, erlöst werden, wie kann sie zu freier glücklicher Entfaltung gelangen, wenn diese Vätertugenden verloren gehen! Wie wenn das Volk aus seinem Vaterland vertrieben ist, und unter anderen Völkern wohnt, wie wenn es seine Sitten, seine Sprache durch die Gewalt der Zeiten, durch die drängenden Aufgaben der neuen Heimath, durch den Kreis neuer heiliger Pflichten nicht in dem Umfange mehr bewahren kann, als einst in seiner Urheimatb, wie ist es, wenn es zerstreut in alle Welt, zu lauter kleinen Gebilden zerrissen, tausend Sprachen redet, und andere Sitten sich angewöhnt? Was erhält, was erlöst die zerstreuten Volksglieder? — Das ist die schwere Frage des Judenthums in der Zerstreuung: Was bleibt uns, wenn das Verdienst der Stammväter wankt, das der Stammmütter sich durch die Gewalt der neuen Zeitaufgaben selbst vermindert? Und diese Frage löste R. Berechjah mit den Worten: II. ״ לך והדבק בגמילות חסדיםGeb׳ und schließ dich fest an die werkthätige Liebe an." So lautet des Rabbi Rath. Der Prophet sagte: ״ חסדי מאתך לא ימושMeine Liebe soll von dir nicht weichen." Es ist der väterliche Boden zwar ein fester Grund, fest wie ein Berg, und Berge

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