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Israelitisches Predigt-Magazin · 1892-01-01 · 1892 · p. Seite 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
9 (1892)
Issue
1892
Date
1892-01-01
Page
Seite 26 (sequence 150)
Language
German
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26 iS Mächte, gegen die anzukämpfen die Schrift dringend ermahnt und verpflichtet, sie sollten für eine Zierde der Schöpfung gelten, über deren Dasein der Herr sich freut? Nun allerdings ist dem so, denn der Schöpfung >lrone ist der Mensch als ein freies, sittliches, gottähnliches Wesen. Aber nur im Gegenfan, in! z!a;nps mit dem Bösen, gewinnt die Tugend ihren Werth. Die echte Lugend ist eine Tochter der sittlichen F-eiheit. So mußte and) die Sünde in der Welt eine Stätte finden, sonst hätte die Tugend die ihrige verloren. Der Salz ״ לא נהנה הידד, לטלאכי ה״־י־תDie Schritt ist nicht den Engeln, sondern den Menschen gegeben," sie kündet nicht nur unseres Geistes Grenze, sie kündet auch seine Grütze. Und diese Erkenntnis, das; wir eine Mraft im Busen tragen, durch die wir den Himmel gewinnen können, daß es ein Heiligthun; giebt, welches, jedem fremden verschlossen, nur von dem eigenen Priester verrathen und geschändet werden kann, daß wir jede Tugend und jede Wahrheit unser eigen nennen können, so wir nicht die schwere Arbeit und das heiße Mühen scheuen, daß wir zu einen; Heldenthum berufen sind, als dessen Preis uns die ewige Seligkeit winkt, die Erkenntniß, daß wir frei sind in den wichtigsten Angelegenheiten des Gebens, sie muß notbweudig unser Selbstbewußtseiu stärken, sic ist ein mächtiges Nüstzeng pir Abwehr jeder Gefahr, weil wir ja unser köstlichstes Uleinod, die Freiheit der Seele, allzeit gesichert und ungefährdet wissen. Wohl stumpft auch der Glaube an ein Schicksal, welches unbekümmert um des Menschen Wollen und Streben seine That und sein Glück nach unergründeten fremden Gesetzen formt und gestaltet, wohl stumpft auch dieser Glaube ab gegen die Schrecknisse und Gefahren des Lebens, aber indem er dem Tod seiner Schrecken beraubt, nimmt er auch dem Leben seine Freude. Wahrlich, auch die welke geknickte Blume, sie hat den Sturm;licht zu fürchten und die Rcgeufluth; denn das härteste Loos hat sie schon ereilt. Und der Mensch, der nickck an die Freiheit seiner Seele glaubt, er ist nicht mehr, als eine welke Blume, denn was dem menschlichen

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