Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 1892
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 146)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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22 > -׳ . - --. .r^r■ ihren Sprachen ״Fremd" und ״Feind" mit einem Worte bczeichnet haben. Da trat das Fudeiuhuin mit seiner Lehre hervor und sprach: Es ist ein Gott, der dieses Weltall in's Dasein gerufen: alles was da lebt, ist von ihm erschaffen: ihr alle, welche Sprache ihr auch redet, unter welcher Föne ihr auch wohnen möget, ihr seid ans seiner Hand hervorgegart- 1מ0ן, ihr seid B r ü der! — Und wie, rvenit ein Heller Sonnenstrahl dttreh dichte Wolken bricht, so traf, ihren Geist erhellend, diese Himmelskunde die in Wahn und Giebel gehüllten Menschenseelen und lehrte sic den Begriff der Humanität, jene Liebe, welche Alles umsafft, tvas ein menschlich Antlitz trägt, welche auch das Recht des Feindes ehrt, und ihn stützt und wrdert, wenn er leidet. Daff diese Blüthe der Humanität noch immer von den Stürmen des Krieges geschüttelt, von dem eisigem Hauche des Hasses geschädigt wird, daff sie nicht reifen kann zur weiter gnickenden, weltversohnenden Frucht, es liegt nur daran, daff die Lehre von dem einen Gotte noch immer nicht recht erkaitnt und beherzigt wird. Wer den einen Gott wahrhast im Herzen trägt, der kann nimmer, wenn ihn nicht die Noth wendigkeir dazu treibt, das Schwert zücken wider seinen Nächsten. Denn ״warum soll treulos sein ein Mann wider seinen Bruder." Als die Menschen Gott noch körperlich, wie ein Wesen menschlicher Gestaltung aussafften, da blieb auch ihr Sehnen und Sinnen an dem hasten, tvas sie mit den Sinnet! wahrnchmen konnten: selbst das gebildetste Volk des Alterthums hat nur wenige Geister erzeugt, welche den Begriff der (Gottheit von den Schlacken niedrigster Leidenschaft gereinigt und geläutert Hubert, vielmehr schilderten seine groffen Dichter und Künstler diejeltigerr, welche sie als Götter verehrten, als Wesen, welche von den unreinen Trieben des Neides, der Bosheit, der Nachsucht bewegt wurden. Was Wunder, daff auch die Menschen in diese Lauer versanken und sinnlichen Neigungen verfielen, da sie selbst die Gottheit von den 'Bandelt der Siitnlichkeit uinstrickt wähnten, denn unwtllkürlich formt uitd bildet der Mensch sein eigenes Ge-