Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 1892
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 144)
- Language
- German
- Belongs to
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— 20 — Dieser zweifache Trost — 0, das; ihn auch unsere Zeit ganz beherzigte! Daß Israel nicht ewig wieder sich in längst gesprengte Fesseln von kurzsichtigen und Glücksrittern schmieden ließe! Nicht ewig durch die ״zweifache Sünde" der Untreue gegen seinen Meuschheitsberuf wieder die ״zweifache Strafe" heraufbeschwöre. Tröstet, tröstet mein Volk, spricht ״euer Gott" — auch zu dem Israel der Gegenwart — denn ״jedes Zeitalter zu trösten, bin ich gekommen" sagt (nach einer Erklärung des Midrasch)*) der. große Tröster Jesajas. IV. Die sittliche Freiheit. Predigt am Sabbath ראה. Bvn Dr. Ripp 11 er, Rabbiner in OUagan. Meine Andächtigen! Es besteht ein tiefer und inniger Zusammeilhang zwischen den erhabenen Wahrheiten, welche uns die Religion lehrt zur Erleuchtung unseres Geistes und den sittlichen Geboten, mit denen sie unser tägliches Leben regelt und ordnet. Es giebt Leute, lvelche sagen: was kümmert uns die Lehre vom Dasein und der Einheit Gottes, was die Frage, ob die Seele unsterblich ist oder nicht, was die Zweifel der Phile' ,':11, ob des Menschen Wille frei oder beschränkt ist in der Wahl des tollten und Bösen. Uns genügt es, wenn der Mensch in seinem Handel lmd Wandel brav, wacker und tugelidhaft ist, mag er mm über diese höheren Frageil denken wie er wolle. Aber diese Meinung ist von Grund aus falsch und verfehlt, da der Glaube und die Moral sich nicht trennen lassen; geläuterte und klare Einsichten über Gott und die tiefern Gründe des Lebens haben den entschiedensten Einfluß auf unser Dhun und Lassen. Der Psalmist wirft die Frage auf:!) יאמר אלהיכם, כל הדורות באתי לנחם. 45