Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 1892
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 136)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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2ו Fassen wir, m. A., die einzelnen Tage der Woche an der Hand des Midraschtextes der Reihe nach in's Auge. Der erste Tag sagt zu Gott: ׳ בי נבראו שמים וארץ,An mir sind Himmel und Erde geschaffen" — hat Gott gleichsam Himmel und Erde für die Ewigkeit miteinander vereinigt und verbunden, und auch die Bekenner des Judenthums sollen Himmel und Erde, das Irdische und Himmlische, das Weltliche mit dem Göttlichen, mit einander zu verbinden suchen. "ואתה את בריתי תשמור" ruft Gott seinem Volke zu. ״Und du sollst meinen Bund, den ich mit Himmel und Erde geschlossen, hüten und beobachten", sollst ebenfalls dein leibliches und geistiges Wohl, dein zeitliches und ewiges Glück zugleich im Auge haben; nicht einseitig dich der Erde hingeben, und über dem Haschen und Jagen nach irdischen Gütern und Genüssen der Reinheit deiner Seele, der Vervollkommnung deines Geistes vergessen; auch nicht einseitig und ausschließlich Dich ins Geistige versenken und vertiefen, und über der Schwärmerei, den Phantasicgebilden, das wirk« liche Leben, das Glück Deiner Familie, das Heil Deiner Nebenmenschen aus dem Auge verlieren! ״Du sollst vielmehr den Bund Gottes zwischen Himmel und Erde, zwischen Hohem und Niedrigem, hüten und heilig halten", so wirst Du den Zweck der Schöpfung richtig erfaßt und erkannt haben. Das ist, m. A., die richtige Bedeutung des Wortes בי־ית ״Bund", den Gott mit dem Menschen geschlossen; dadurch daß der Mensch das Göttliche und Menschliche in seinem Leben verbindet, hütet er den ״Bund Gottes". אם לא בריתי יומם ולילה חומות שמים וארץ לא שמתי. Qcm33,24 .״.) Himmel und Erde sollen Euch das Ewige und Vergänglich verbinden lehren, denn ״wenn nicht um dieses Bündnisse wegen, das Ihr Tag und Nacht, im Glück und im Unglück, hüten sollt, hätte ich Himmel und Erde nicht geschaffen." Wenn hier nun, m. A., die Lehre ausgesprochen ist, daß wir Himmel und Erde verbinden sollen, so soll damit nicht gesagt sein, daß Himmel und Erde einander gleich sind,