Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 1892
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 130)
- Language
- German
- Belongs to
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— 6 — als ein gedankenloses liehen in oft nicht einmal von der Religion, sondern vom Zufalle vorgeschriebenen Bahnen herrscht. Aber es ist kein Segen, wenn jede Ansicht sich gleich als unumstößlich und maßgebend hinstellt, wenn die Liebe, der Sinn für die gedeihliche Entwickelung des Ganzen sich nicht sänstigend und mildernd über die Sonderansprüche erhebt. Das einzelne Glied, es soll seine .strafte der Gesammtheit zusühren, es soll ihr ein ״ מחצית השקלdie Hülste seines Gewichtes" opfern, es soll nicht blos ein Geldopser bringen was unter Umständen leicht ist, sondern auch das schwerere dag es seine persönlichen Wünsche nicht slir die allein bestimmende Norm slir alles Geschehn im Entstehn gesagt wissen will. 2. Das Gebot ist aber nicht blos der Vertreter der Einheit Israels, sondern auch der Gleichheit aller Einzelnen. Darum heißt es in der Verordnung: הנבל חייבין לירק את מחצית השקל כהנים לויים ישראלים גי־ים ועבדים המשוחררים ״Ausgeschlossen ist Niemand von der Schekelsteuer, auch nicht einmal der Priester oder der Levit soll sich daraus berufen können, daß er ja ohnehin dem Heiligthume seine Zeit und seine .Straft widme, der Arme soll bei dieser kleinen Steuer ausnahmsweise nicht seine Armuth geltend machen, sie soll eben sich darstellen, als das Zeichen und Symbol der Gleichheit Aller vor Gott und in Gott. Meine Andächtigen! Und wer möchte behaupten, daß wir eines solchen Zeichens und einer solchen Mahnung nicht bedürfen? Werdet Ihr mir doch zugeben, daß mancher unter Euch, indem er diese Worte hört, sich schon dagegen sträubt, als gegen eine Zumuthung, die mit den wirklichen Verhältnissen in der Welt streitet. Wie? Bemühen wir uns darum Dag und?lacht, mehr zu sein als unsere Brüder, damit man zuletzt uns sage, Tu hast gar kein Recht, m Hochmuth über Deinen Bruder Dich zu erheben? Nun, meine Andächtigen! machen wir die Gegenfrage und, wenn es erlaubt ist, diesen?lusdruck zu gebrauchen, die Gegenrechnung. Bist Du denn wirklich immer mehr Werth als Tein Bruder, den Du denüithig und gebückt vor Dir f