Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 1892
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 111)
- Language
- German
- Belongs to
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51 bedeutungsvolle Vorgang mit dem denkwürdigsten Ereigniß seiner eigenen Geschichte zusammenfällt, mit der Offenbarung. Denn eben darin liegt der eine Schwerpunkt dieser göttlichen That, daß sie die sittliche Einwirkung Gottes aus die vernünftige Welt, daß sie die göttliche Erziehung des Menschengeschlechtes gegenüber einer heidnischen Welt aufs Unzweideutigste bekundete, wie e§ das Wort unseres Textes treffend ausspricht:״ מץ השרים השמיעך את קולו ליסרךVom Himmel ließ er dich seine Stimme vernehmen, um dich zuunterweisen". Und unsere Lehrer, welche große Wahrheiten oft in anscheinend bedeutungslose Bemerkungen kleiden, zuerkennen der Offenbarung diese weltebenwegende Bedeutung, indem sie an die Worte der heiligen Schrift פנים בפנים ״ דבי־ ה׳ עמכםAngesicht gegen Angesicht hat Gott mit Euch geredet", die Frage knüpfen: ״Wie ist es möglich, daß der Erhabene und der Niedrige soll Antlitz gegen Antlitz kehren? או הגבוה הנמיך עצמו או הנמוך הגביה עצרו entweder muß der habene sich erniedrigen oder der Niedrige sich erheben." Nun denn מז הכתיב וירד ה׳על הר סיני אנו יודעיז שהגבוה הנמיך ״ עצמוwenn es heißt: Und Gott stieg herab auf den Berg Sinai, so erfahren wir, daß der Erhabene sich erniedrigte". Und mit dieser Selbsterniedrigung des Erhabenen meinen unsere Weisen nichts Anderes, als die fürsorgliche Einmischung Gottes in das Getriebe der Welt, als die väterliche Herablafsung Gottes zu seinen menschlichen Kindern, und wenn es der Sinai ist, das zuerst hiervon Zeugniß giebt, so gebührt ihm das unermeßliche Verdienst, den heidnischen Aberglauben von einer selbstgenügsamen, sich abschließenden Erhabenheit Gottes in seiner Wurzel ertödtet zu haben, daß man fürder nicht mehr fragen durste: ג;ה ירע אל הבעה ערפל ישפוט ״Was weiß Gott, wird er hinter dem Wolkennebel die Erde richten?" (Job. 22,1:1.) Undwenn nun diese Frage wirklich aus der Welt geschwunden ist und wenn sie der Gewißheit Raum gegeben hat. daß der Schöpfer für seine Schöpfung, daß Gott für feine Menschen da ist — so ist dies ein Erfolg von der tausendjährigen Arbeit Israels, das feinem geschichtlichen 4*