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Israelitisches Predigt-Magazin · 1892-01-01 · 1892 · p. Seite 42

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
9 (1892)
Issue
1892
Date
1892-01-01
Page
Seite 42 (sequence 102)
Language
German
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Dunkel bedeckte die Erde und Nebel hüllte die Völker; aber über dir strahlte ein Gott, und seine Herrlichkeit schien zu deinen Häupten."*) Im Schooß der Zeiten lagen noch die großen Kulturvölker des Alterthums, eine Wildniß war Hellas, und Roms Name war noch ungenannt, da war schon Juda hervorgetreten die Fackel in der Hand, von dem geschrieben steht: ״Und Völker werden wandeln zu deinem Lichte und Fürsten zu deines Glanzes Schimmer." Weit ab wie die Zeit liegt auch das Land, zu dem Schabuot unsere Seelen lenkt; in der Wüste war er gepflanzt worden der Baum des Lebens, fern ab vom Verkehr der Menschen; wer dächte dieser Einöden, der Stätten von Disteln und Dornen, wenn nicht in ihnen der Dornbusch gestanden hätte, der, vom Hauche Gottes entflammt, nie ver> glüht, nie erlöscht, wenn dort nicht Israel, der arme Sklavenstamm, der Dorn unter den Völkern, wäre entzündet worden zum Lichte der Erde. Damals glaubten die Israeliten, weil sie die Wunder und Zeichen sahen, den Blitz, den Donner, den rauchenden Berg, den Aufruhr der Erde; aber die Menschen von heute sind stumpf gegen Zeichen und Wunder; denn ein größeres hat die Welt nicht gesehen als Israel, den Streiter des Herrn, der vom Sinai sich hinüber gerettet hat in diese Zeit, das in Sturm und Wetter die Fackel getragen hat, und kein Sturm hat sie verweht, und kein Regen hat sie verlöscht. Jedoch nein, das Wort Wunder ist meist nur eine Ausflucht der Denkträgen und wir haben ein Recht, wir haben eine Pflicht zu fragen, wodurch hat dies Volk eine solche Widerstandskraft bewährt? Die Alten sagen: ,.Die Thora ist gegeben in Feuer, in Wasser, in der Wüste"**), und wir glauben, in diesem kurzen Satz ist angedeutet, warum Juden und Judenthum die Stürme der Zeiten überdauert und überwunden hat. *) Jesajas 60, 2. **) Jalkut Nr. 684.

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