Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 1892
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 92)
- Language
- German
- Belongs to
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32 Vielleicht kann uns ein Gleichniß im Verständlich dieser schwierigen Frage fördern. Wir treten zur Winterzeit in einen Raum, der von einer behaglichen, wohlthuenden Wärme dnrchströmt ist: kein Felier loht am Herde; aber werden wir daran zweifeln, daß einige Stunden vorher ein Feuer gebrannt hat, das zwar jetzt erloschen ist. dessen Wirklingen aber wir in der erhöhten lind behaglichen Temperatur deS Zimmers wahrnehmen? 20 hat jeder in unserem Zeitalter von Kindheit an Vorstellungen in sich ausgenommen von einem guten allmächtigen Gotte, der in der Geschichte der Völker wie im Einzelleben nach Gerechtigkeit waltet, und der, weil er selbst gerecht ist, alich Gerechtigkeit von uns heischt. Geht er aus deil Ursprung zurück, so wird er entdecken, das; seine sittlicheil Ideen mit der GotteSidee eng zusammenhängen, daß sie aus dieser emporgewachsen sind. Aber in sciilem späteren Leben ist ihm der Gottesgedanke verloren gegangen; indeß da die Nebeninenschen bcn Grad der Achtung, bcn sie lins zollen, voll unserem sittlichen Leben abhängig!!lachen, da ihm überdies der sittliche Wandel durch eine gute Erziehung wie zur Gewohnheit geworden war, so hat er die Tugend bewahrt, auch nachdem ihm Gott, die Wurzel aller Tugend, entschwunden war; kann uns solch ein Mann, der tugendhast ist, ohne an Gott zu glauben Rechenschaft darüber geben, warum er tugendhaft ist? Nein, wie die Wärme im Zimmer vorhanden ist. nachdem das Feuer erloschen ist, so ist auch die Wärme des Gemüths, die Tugend und Menschenliebe geblieben, nachdem die Gottesflamme, von der diese Wärme herrührt, längst schon in ihm ausgebrannt ist. Aber so nvthwendig die Religion ist, der Grundbegriff eines einzigen, guten und gerechten Gottes, so sollen wir doch Keinen tadeln, der sein religiöses Leben in andere Formen als wir gestaltet. Da sollen wir uns des Spruches erinnern: ״Gott hat ein Wort gegeben, die Botinnen sind eine große Schaar", daß die Religion wie das Kunstwerk die verschiedenen Gemüther in verschiedener Weise erregt: schon Der $ a r Jra'u ui seine rehi Allgemein die Man! 5ch1väche. iil, einen in den L an Gott die sie :n bevorzuge Ztndinm fanden ii< mit allen 1 in der H und Acr Solen der- und Hau hochstehend. Tür die das Ttt'ein Jtopi ,'Mt einer ihnen Leich die;*iäjiu und ausende ganz ander knnausMi ttine : die Visseni lchait nicht!ein. H unsere hjxj Mnichticher ihren reim 6e!lr1eL!z-