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Israelitisches Predigt-Magazin · 1892-01-01 · 1892 · p. Seite 33

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
9 (1892)
Issue
1892
Date
1892-01-01
Page
Seite 33 (sequence 93)
Language
German
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33 Oer Mann hat eine andere Stellung zur Religion als die Fra'u und unsere Alten melden: daß, als Gott am Sinai seine Lehre verkündete, er sich nicht an die Israeliten im Allgemeinen, sondern zuerst an die Frauen und dann an die Männer gewandt habe. Denn die Frau hat in ihrer Schwäche, in den Gefahren, welchen ihr Leben Preisgegeben ist, einen lebhaftern Antrieb, ihr Gemüth auszubilden und in den Stunden des Bangens und der Gefahr sich inniger an Gott zu lehnen: gerade ihre Schwäche ist eine Botin, die sie zu Gott führt und von jeher waren die Frauen die bevorzugten Hüterinnen des religiösen Lebens; nicht daß das Studium der Religion ihnen oblag, nein, in ihrem Herzen fanden sie sicherer den Weg zu Gott als grübelnde Denker mit allen ihren Klügeleien; in dem Manne übt der Verstand, in der Frau das Gemüth vorwiegend das Herrscheramt, und Verstand und Gemüth sind beide verschiedenartige Boten des einen Wortes, das von Gott stammt. Mann und Frau sind nicht in derselben Weise religiös. Selbst geistig hochstehende Frauen werden nur selten Theilnahme haben für die Gedankenwege des Philosophen und wenn einer ihnen das Dasein Gottes beweisen will, so werden sie lächelnd den Kopf schütteln und meinen, das sei unnöthig, wie wenn einer ihnen ihr eigenes Dasein beweisen wolle. Welch eine Botin Gottes ist die Geschichte, zumal die Geschichte des Stammes, den Gott zu seinem Herold und Priester erwählt hat. Wessen Geist durch die Jahrausende zu schreiten vermag, der wird das Wort Gottes ganz anders begreifen, als wer über sein enges Leben nicht hinauszublicken vermag. (Line Botin Gottes ist jede Wissenschaft, zumal die Wissenschaft der Natur. Freilich darf die Naturwissenschast nicht den Anspruch erheben die einzige Erkenntniß zu sein. Die Natur wird nie den Geist erklären; es verdient unsere höchste Bewunderung, wie die Nervenstränge des menschlichen Gehirn's aus dem Wege des Experiments nach ihren Leistungen untersucht worden sind; indeß alle diese Festpredigten 1801 - 02. '6

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