Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 1892
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 80)
- Language
- German
- Belongs to
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201- — herausführen auf den Pfad des Heils. Man will es nicht in der Dürre verschmachten und hinsiechcn lassen, darum nur die Verfolgung, darum allein der Glanbenshas;! Und weshalb nennt man uns in scheinbar liebevoller Theilnahme eine ״verirrte" Herde, die von ihrem Führer sich entfernte? Aus demselben nichtigen Grund, aus welchem einst Pharao von Israel am rothen Meere sagte: נבוכים הם ״ בארץSie sind verirrt im Lande". Nur allein deshalb, weil Gott Israel zu seiner Verherrlichung und Ehre von dem Besitze seiner Vater hat vertrieben, es ans der Geschichte mannigfachen Wandelgängen bald an ״ 2' הדורותan dem Thor der Freiheit", bald gegenüber ״ בעל צפוןdem Herrn der Finsternis;" seil,er Wanderung Halt gebot, bald zwischen Migdal und dem Meere, zwischen engen Thürmen und abge schlossenen Ghettos eine Wohnung bot. Der Verirrung Israels, nicht den Grundsätzen seines Gottesglanbens soll jener Schlachtruf gelten! Denn wollte diesen man begeifern, ,vollte man versuchen, unsere Glaubenssatzungen anzuzweiseln, ,vollte man die Dssenbarnng ans dem Sinai leugnen, unsere Propheten der Lüge zeihen, unsere heiligen Schriften durch falsche Auslegung verzerren, abermals würde die Befürchtung laut: הטרם תרע בי אברה בצרים. Der ganze Bau der Tochterreligion des Judenthums würde hierdurch gefährdet und in seinen Grundfesten erschüttert iverden. Darum lautet der >triegsrus gegen Israel nicht mehr ״ מי י״יDer Gott der Juden ist ein falscher Gott"' sondern ״ נבובים הםIsrael hat sich von seinem Gotte losgelöst, ans seine Stimme nicht gehört, und so ist es verirrt im Lande und wird von einer Wüste eingeschlossen", die es am Weiterschreiten hindert. Deshalb jagt man uns mit Roß und Wagen nach gleich Pharao, hält uns die höchsten Ehrenstellen vor, so wir nur Berrath am Heiligsten begehen wollten, und scheut sich nicht, um unsere idealsten Güter, für deren Erhaltung und Bewahrung wir Jahrtausende hindurch gelitten, mit schnödem Tagelohu zu feilschen.