Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 1892
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 66)
- Language
- German
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Ur: Pt 6 Schalter, die vielleicht manche Knospe, die sich vorzeitig hinausgewagt hat, tödten; aber ״der Winter ist vorüber", er trifft wohl itvch scheideiw mit seiner Schlender das (Gefilde, das sich allzu früh seines Weggangs freute, aber seine Herrschalt ist gebrochen: der wärmere Strahl jagt ihn trog alles SträubenS von der Erde: unserm Erdtheil und unserm Vater lande sind vielleicht einige kalte Maientage beschieden: aber der Winter kommt nicht wieder. Auch über den jiidischen Stamm sind Gefahren hinausgezogen! Treffen sie uns unverschuldet? Zwei Gleichnisse sollen uns antworten, eins der beschichte, eins der Statur entlehnt: die vorletzte Plage, die über Aegypten kam, war eine Finsternis;, die drei Tage dauerte: in dieser Zeit, so wird erzählt, wurden viele sündhafte teilte aus Israel hinweg gerafft, die für die Freiheit unreif waren, die iticht aus Aegypten ziehen sollten: unter dem Drucke Aegyptens konnten sie leben, die Schlcchtcit und die (Gerechten: aber die Freiheit (ertrug die unsanbern Gesellen nicht, welche dem israelitischen A'amen zur Schande gereichten, welche ihin tvie wilde Schönluge ein frühzeitiges Welken würden bereitet haben: sie tvnrden abgeschnitten in der; drei Tagen der Fimtcriiiß, jso das; die Aegypter es nicht inerkten. lind das zweite Gleichnis;: unter der Erde zur Winterzcit kciint das Unkraut, die Giftpflanze, und die uahrungsspendende Saat: aber wenn der Frühling sie ans die Oberfläche ruft, so wird der vorsichtige Laudmanu das Unkraut ansjäten, damit die gute Saat Raum gewinne: so mochte im langen Winter, der über unser Volk verhängt war, es fast unvermeidlich gewesen fein, daß and) manch schlimmes Gewächs, manch häßliche und unwürdige Leidenschaft sortkeimte: aber es ist Frühling geworden; wir sind Bürger mit Rechten, mit Pflichten an's Vaterland; jetzt muß das Unkraut vertilgt werden. Zuzngeben ist, wir sind gewiß nicht schlechter als die Andern: aber eine Minorität, ans die Aller Augen gerichtet sind, muß schärfer sichten, muß sich verpflichtet fühlen, das Böse ganz aus ihrer Mitte zu tilgen. Wir sind nicht nur die Ni