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Israelitisches Predigt-Magazin · 1892-01-01 · 1892 · p. Seite 43

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
9 (1892)
Issue
1892
Date
1892-01-01
Page
Seite 43 (sequence 55)
Language
German
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— 43 — gültig zu halten. Wir sagen: Die Aufschrift: ״Alles ist eitel", sie mag wohl für den Inhalt dieses Fürstendaseins passen; wir glauben dieser Seele, das! sie krank und elend war, aber wir sträuben uns gegen die Zumuthung, wenn der Kranke nun auch dem Gesunden sein Siechthum einredeu will. Wie jedoch ist es gekommen, daß der Sohn der Morgenröthe in die mächtige Diese siel, daß die Weisheit sein Elend nur ge mehrt hat, daß das Jünglingsalter Salomo's von seinem Greisenthum geschändet worden ist? Die Weisen deuten ihre Meinung hierüber mit dem früher erwähnten Gleichniß an. Oberflächlich betrachtet ent« hält es nichts Anderes, als die Umschreibung einer Schriftstelle, und es scheint, als hätten sie in leerem Spiele für Gott, ״König", für Weisheit ״einzige Tochter des Königs" gesetzt. Aber sie hatten am Spiele kein Ergötzen, sie wollten lehren und erklären und thaten es auch mit diesem Gleichniß: Warum hat denn der Freund des Fürsten die Tochter gefreit? Nicht aus inniger Neigung, nicht dem Zuge des Herzeus folgend, nicht von jener heiligen Liebe entflammt, wie sie Salomo so herrlich im hohen Liede besungen hat, sondern in schlauer Erwägung, daß er dadurch all' die Schätze des Palastes gewinnen würde, nach denen sein Verlangen stand. Nun, wohl gerade so — daraus zielt das Gleichniß — war die Begierde Salomo's nach der Weisheit, der Tochter Gottes. Glicht in reiner unbedingter Hingebung strebte er nach ihr, sondern sie war ihm nur ein Mittel, um die Güter der Erde zu gewinnen; sie war ihm ein Schaustück, ein Diadem, mit dem er vor den Menschen prunkte; da wurde die Welt voll feiner Weisheit, und sein Herz blieb leer, da hieß man ihn die Leuchte seiner Zeit, sein Inneres war aber finster, da zählte er zu den Höchsten, und seine Seele war ein Abgrund, eine Zeitlang hielt er vor, der elende Ersatz für wahres Glück, das ist Ruhm und Genuß, die falschen Sonnen und die falschen Blumen, die den Andern blenden und täuschen: dann aber schwand der nichtige Schein, und die Wüste blieb — das arme, alte, elende, wüste Herz, und der

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