Mannheim
Compact Memory

Israelitisches Predigt-Magazin · 1892-01-01 · 1892 · p. Seite 41

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
9 (1892)
Issue
1892
Date
1892-01-01
Page
Seite 41 (sequence 53)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9616701-9617889-9617890--1896-9617939
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

11 Die mannigfachel! Blumen z. B. sind Zeichen verschiedener Tugenden, die eine das der Treue, die andere das der Bescheidenheit n. s. w., keine kann Zeichen der Tugend überhaupt sein: will nun die Religion, daß an bestimmten Tagen irgend ein Gedanke oder eine Reihe von Gedanken in uns erweckt werde, so wählt sie hierfür passende Symbole; was aber thnn an einem Abschiedstage, wo die mannigfachen Gedanken und Empfindungen znsammenslieszen, giebt es ein Symbol umfassend genug für die Religion überhaupt? Das ist unmöglich, das widerspräche dem Begriffe desselben, es kann nur einen Gedanken konkret darstellen, gleichsam mit einem Körper ihn bekleiden: darum muß das Schlupfest des Sinnbildes entbehren Aber durch die Schristabschnittc, die an diesen Tagen verlesen werden, gewährt es uns einen weiten Ausblick in die Welt und das Leben, denn zwei der größten Männer, welche das Judenthnm hervorgebracht hat, zwei, deren Namen sprüchwörtlich geworden sind für Propheten-Kraft und Weisheit, Mosel) und Salomo, treten uns da entgegen und zwar in dem Lebensalter, wo die Menschen am lehrreichsten sind, sei cs, daß wir von ihren Worten oder von ihren Schicksalen lernen wollen, nämlich als «kreise. I. Salomo — keinen Sterblichen hat das Schicksal von Jugend an so begünstigt, als ihn. Der Lieblingssohn eines Mannes, der den zarten Sinn des Sängers nckt dem kühnen Muth des Helden in sich vereinigte, der in einem bewegten Leben reiche Erfahrung uub Einsicht gesammelt hatte, wurde er auferzogen in Weisheit und Gottesfurcht, wurde sein Geist geweckt und sein Herz gebildet, und empfänglich wurde der Jüngling für alles Große und Gute. Er bestieg einen Thron den sein Vater gefestet hatte in langjährigen Kümpfen, der sicher ruhte auf dem festen Grunde der Liebe eines treuen Volkes, kein Feind bedrohte sein Land, Friede umhegte seine Grenzen, Friede waltete iin Innern, hoffnungsvoll begrüßte

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.