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Israelitisches Predigt-Magazin · 1892-01-01 · 1892 · p. Seite 40

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
9 (1892)
Issue
1892
Date
1892-01-01
Page
Seite 40 (sequence 52)
Language
German
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40 diesen geweihten Stunden, der darf heute beim Abschicdstage von sich sagen: ich habe diese Unholde ans meiner Seele gebannt und bin selbst mit denen geeinigt, die mir wchgethon; wer mit überströmender Lust, mit zügelloser Fröhlichkeit das Dasein genoß und der Arbeit vergaß, dem haben diese Tage die Lust gedämpft und den Frohsinn gemildert. Was aber sind sie für ein herrliches (Gottesgeschenk denen, die von ^Schmerz und Trauer heimgesucht sind: da sah es wild und wirr aus in ihrer Seele; es herrschte Fehde mit Gott und der Welt, und die Menschen gefielen sich darin, sich selbst zu zerfleischen und ihre Kräfte aufzureiben im thörichten Toben wider unabänderlichen Schicksalsspruch: da kam das Fest und machte der Thorhcit ein Ende und ordnete das Gefüge der Seele und stiftete Frieden und Tröstung. Wohl mag diese Wandlung nicht die Bürgschaft unbedingter Dauer in sich tragen, und alle die widerstrebenden Stimmungen mögen wohl hin und wieder noch einmal zur Macht gelangen: aber sie werden nicht mehr so verheerend auftreten, da wir sie einmal besiegt haben. So wird uns freilich der Abschied schwer wie vom Baterhause; jemehr wir beseligt waren, desto lieber möchten wir bleiben: dem Sohne, der Schmerz wird ihm gelindert, und die Freude gemehrt, wenn er sie mit den Eltern thcilt, uns allen erging es nicht anders im Gotteshause, wo die Ahnungen einer höheren Welt wie Engelschaaren durch unser Inneres zogen, wie lieb und wie leid ist int* da das Abschiedsfest, lieb als der krönende Schluß einer freudenreichen Zeit, leid als die harte Mahnung zur Trennung. Ties Schlußfest ist ohne besonderes Symbol und Zeichen gestern haben wir das Festgewinde aus der Hand gelegt, haben wir die Hütten verlassen: kein neues Sinnbild ist an die Stelle getreten, und die Alten legen Gewicht darauf, daß der achte Tag ein ״besonderes Fest" sei: und dort der Reichthum, hier der Mangel an Symbolen hat seinen trefflichen Grund. Jedes Sinnbild, und sei es noch so vieldeutig, kann nur einzeln Seiten unseres Empfindens bildlich darstellen

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