Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 1892
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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VI. Mose uttb Solomo. Predigt am Schlntzfeste. Von Rabbiner vr. R ippner. M. A! Wie ein Vater, wenn er seine Löhne für einen bestimmten Zeitraum sich zu Gaste ladet, am Schluß dieser Tage wohl das Verlangen äußert.׳ bleibet noch eine Weile bei mir, nehmet nicht so jäh Abschied; diese aber sägen sich willig und freudig dem väterlichen Wunsche, denn auch ihnen wird die Trennung schwer, — so spricht der Herr, nachdem so viele Feste an uns vorüber gezogen sind, Tage der Buße, der Versöhnung und der Freude, und jetzt der Moment da ist, wo wir in die schlichte Zeit der Arbeit treten: verweilet noch ein wenig, auf daß die festliche Zeit sicherer nachwirke, und ihr Licht klarer und reiner werfe in den rauen Winter, auf daß die festWse Zeit keine sreudenlose werde. Mit diesem Gleichniß erläutern die Alten den Namen des heutigen Festes 26^״r6td"; NIL״ heißt Verweilen, Festhalten: die heiligen Gedanken, die uns in diesen Wochen beschäftigt haben, sie wollen uns nicht loslassen, wir aber lassen uns gern laden zu der Abschiedsfeier und ihrer freudig-wehmüthigen Bewegung und sagen: wir mochten nicht von Dir gehen, es sei denn, daß Du mit Deinem Legen uns geleitest. Wie das Abendroth zur Herbsteszeit durch die röthlichen Wipfel fließt und wir der enteilenden Sonne nachschauen, dankbar für jeden Strahl und klagend, daß er so rasch, so bald uns entflieht, so mischt sich die Weihe und das Weh heute in unserem Gemüthe; ist doch dieses Fest gewissermaßen das Abendroth der Festcssvnne, welche in diesen Wochen über uns aufgegangen war mtb die jetzt im Niedergang