Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 1892
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9616701-9617889-9617890--1892-9617935- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Zufuhren au* fremden und fernen Ländern. Der Mensch hatte vergessen, bafj die Macht über den Einfluß de* Himmel* auf die Erde, daß die Regelung von Regen und Sonnenschein, wodurch der Ausfall einer reichlichen Ernte bedingt wird, allein in Gottes Hand liegt. ״Gott giebt den Regen zu feiner Zeit, daß du einsammelst beim Getreide, deinen Most uud dein Cd; er giebt Gras deinem Vieh und anch dir Nahrung zur Sättigung. Aber Gott verschließt auch den Himmel und hält Regen zurück, daß die Erde keinen Ertrag gebe, und dl! darbest und verderbest trotz de* Reichthnms, den dir Gott gegeben hat." Wie haben wir demnach Gott zu danken für jeden Bissen, den wir zum Munde führen, für jede Mahlzeit, welche wir genießen! Gott ist es, der sie uns giebt. Seiner Gnade haben wir Alles zu danken, was wir haben, zu ihr zu beten, daß es uns erhalten bleibe. Darin liegt die Rechtfertigung und Bedeutung eines Erntedankfestes, welches wir alljährlich feiern, uub welches die Väter im heiligen Lande dreimal im Jahr gefeiert haben, im Frühjahr am Peßach bei der Gerstenernte, im Sommer am Schabnot bei der Weizenernte und im Herbst am Hüttensest bei der Dbst- und Weinlese. Da erscheinen, wir heute noch vor Gott mit dem Erntestrauß in der Hand, gewunden au* den Symbolen aller Arten des Pflanzenreichs, die Gottes Statur uns gegeben hat: hohe Bäume (Palme), niedrige Sträucher (Weide), schattige Bäume (Myrthe) und eßbare Frlichte (Esrog), Gott dankend und zu ihm betend: ״Preiset Gott, denn er ist gütig, ewig währt seine Gnade; Gott, hilf uns ferner noch, laß Alles weiter gelingen!" Solche Anweisungen giebt uns Gott und Religion, Glaube und Religiosität zu (dneit und zu stärken, Gottesbewußtsein und Gottesfurcht zu wecken und zu erhalten, Rechtlichkeit und Sittlichkeit zu mehren aus dem Leben für das Leben. Wir loten darum, wie in der Vorzeit, auch heute noch: ״Gott, gieb Du Deinen Segen, daß wir satt werden und nicht darben, daß wir leben und nicht sterben." Auren!