Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 9 (1892)
- Issue
- 1892
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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— 14 — ist. das dürfen, das sollen wir erwägen, um cs selbstthätig zu vollbringen. Bezieht sich ja hieraus die gnadenreiche Verheißung des Propheten an Israel: ויש הקן־מ לאהריתד ״ נאם ה׳ ושבו בנים לגבולםc« ist eine Hoffnung für Deine Zukunft, spricht der Ewige, es werden zurückkehren die Kinder in ihr Gebiet." Dieses Gebiet, ob es auch dem Propheten noch das heilige Land der Väter war, daraus die Kinder gewaltsam fortgeführt worden waren, wir beuten es auf das Gebier, das Israel nimmer entrissen werden kann, wenn es sich nicht selber daraus verbannt, auf unsere geistige Heimath. welche die Edelsten und Besten unseres Stammes urbar gemacht und zu herrlicher Blüthe gebracht, auf daS Heiligthum des Ewigen, dem die Lebens- und Erhaltnngskraft Israels entströmt, dem es seinen Ruhm und seine Weisheit unb Einsicht vor den Augen der Völker zu danken hat. In dieses Gebiet werden die Kinder zurückkehren. 1e werden sich wiederum vertiefen in die heiligen Urkunden ihrer Religion, werden Her^ und Gerst sich erfrischen an den Errungenschäften ihrer mehrtausendjährigen Geschichte und sich durchdringen lassen von dem Hochgefühl, an der heiligen Aufgäbe ihres gotterkorenen Stammes in Treue zu arbeiten. Ja, es werden die Kinder znrückkehren in ihr Gebiet! Wir bauen diese unsere Hoffnung auf die wiedererwachende wahre Liebe der Eltern zu ihren Kindern. Denn eine unnatürliche Erscheinung ist es, daß Eltern freiwillig auf den Scelenbund verzichten, der sonst die Kinder mit den Eltern ans das Innigste vereinet, indem sic selber durch die Erziehuiig die spätere Abtrünnigkeit ihrer Kinder vorbereiten, oder indem sie gar — Vorsehung spielend — die Unmündigen sogleich aus den Reihen Israels entfernen, uni von ihnen spätere Kümpfe und Prüfungen abzuwenden. Das isl eine falsche und unnatürliche Liebe! Wir wenigstens vermögen nicht zu begreifen, wie Eltern zwischen sich und ihren Kindern eilte Kluft aufthun können, wie sie breiter und tiefer nicht gedacht werden kann, unb dennoch au ihren