Mannheim
Compact Memory

Israelitisches Predigt-Magazin · 1892-01-01 · 1892 · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
9 (1892)
Issue
1892
Date
1892-01-01
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/9616701-9617889-9617890--1859-9617902
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

4 der Kraft unseres Geistes. Erheben wir uns zu den Höhen des Ideals, welches die Lauste in einen Garten, die Steppe des Daseins in ein Blumengefilde des Herren verwandelt, (Jesajah 51,3), Trost. Erhebung, Erfrischung und Erquickung uns bietet, in der Armnth Fülle, in der Entsagung Seligkeit uns finden läßt. Die Religion kennet ja doch keinen höheren und edleren Zweck, als die Erlösung des Menschen von wechselvollen äußerlichen Verhältnissen, deren Schein mehr blendet als befriedigt, zu wahrem, alle Schwankungen und Wandlungen des Geschickes überdauerndem, innerlichem Glücke reiner, ächter Seelenruhe unb beseligenden Friedens. Diesem Frieden unserer Seele bringen wir gerne Opfer. Der Friede kommt ja von Gott. Im Lichte des Gottesgedankens aber betrachtet, zerfließt der hohle Glanz, der uns für Augenblicke bestrickt, der äußerliche Schein, 000 dem, zum Nachtheile der Wahrheit, wir uns abhängig fühlen. Tie Nr acht, die im Bewußtsein dessen liegt, ״was über uns ist," löst die Fesseln, welche an das irdische, vergätigliche Dasein uns ketten, erhebt uns zu jener Menschenwürde, welche den Inhalt des geistigen, der Ewigkeit geweihten Lebens ansmacht. Und dieser Gedanke des Aufschwunges des Geistes, der Rückkehr der Seele (תשובה) zum lebendigen Urquell, entzündet sich an den heiligen Opferslammen der Liebe, welche Abrahant hat angestammt am Altäre vorzeitlicher Geschichte. Dort hat Jsak's Auge, wie's die Weisen uns erzählen, das göttliche Ideal erschaut und ward berührt vom Thrünenknsse hiiitmlischer Gewalten in der Stunde der Gefahr für's theuere Lebeit. (Jalkut Schimoni Genes. Absch. 114). Der Gedanke "״ ה׳ יראGott sieht" (Genes. 22, 14) bildet den Grundstein zu Jsak's gottgeweihter Opserstütte, welche zugleich die Stätte für das Heiligthum Jsrael's, den Tempel Salvmo's, gewesen ist. Von Moria's Höhe tönt das Wort: ״Es giebt ein Auge, welches sieht", das ans dem Widderhorn mächtig wiederhallt, dessen Klang zu Sinai's Gipfel das Volk getragen hat, auf dem die Sonne des Ideals lichthell hat geflammt, das Herz der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.