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Israelitisches Predigt-Magazin · 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 117

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
8 (1890)
Issue
1890
Date
1890-01-01
Page
Seite 117 (sequence 123)
Language
German
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V־ — 117 — schutzlosen Kindes ein wachsames Auge, ein liebendes Herz, einen theitnehmenden Sinn für die Beobachtung, Beachtung und Bildung der keimenden Anlagen des Kindes habe? Ist doch das Haus der Mittelpunkt des Einzellebens, und die Weisheit der Frau die bildende und gestaltende Macht des Hauses. Die Mutter fühlt, die Mutter weiß am besten, was das Herz des Kindes ersehnt, woran das Aug des Kindes hängt, wonach mit Laut und That, im Schritt und Tritt es drängt. Da fällt deurk der Mutter die Aufgabe zu, das Begehren edel, das Wünschen rein, die Thatenlust zielbewußt im Leben des Kindes zu bilden. Solche Eindrücke verwischen im Herzen des Kindes sich nie. Im Hinblicke auf die Liebe zur Mutter und mütterlichen Erziehungsstätte lassen Sic uns, in. th. A., stets große Kinder sein. ״Denn Israel ist ein Kind, spricht der Herr, und darum liebe ich es" (Hosea 11,1.). Und Jsrael's König im Reiche des göttlichen Sanges betet vom erhabenen Throne ans: ״Herr, ich habe nie mein Herz und nie!nein Aug zu hoch getragen, nie mich in Bahnen begeben, die mir zu groß und zu erhaben waren. Ich habe ja immer mich für ein Kind gehalten, am Mutterherzen mich gewöhnt daran, ein Kind zu sein" (Psalm 131, 1—3). Aller Meister Meister ist die Natur, die unsere Mutter, wie unsere Mutter, wenn sic reine Natur ist. — כל כבודה בת סלך פנימה Die Ehre der Fürstentochter liegt in ihrem Jnneren(Psalm45,14). Das Gottcsgnadenthum der Frau ist die Innerlichkeit der Familie. Nicht in des Gedankens düsteres Gespinnst, das oft die schönsten Frühlingsblüthen unseres Herzens versorgt, nicht auf den großen Markt, in die wogenden Massen der Außenwelt, auf bat Tummelplatz einer öffentlichen Meinnng, die nicht selten mehr öffentliche als wahre Meinung ist, trage das Heiligthurn des Erziehungs-Ideals. Wer die Wacht an den heiligen Gütern der Jugend hat, wem die Jugenderziehung heilige Lebensaufgabe ist, trete in den Kreis der Familie, lausche der Mutter zartem Fühlen, dem reinen Herzschlag der reinsten, selbstlosen Mutterliebe. Der Wiederhall mütterlichen Feingefühls im Herzen des Kindes ist bestes und edelstes

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