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Israelitisches Predigt-Magazin · 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 112

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
8 (1890)
Issue
1890
Date
1890-01-01
Page
Seite 112 (sequence 118)
Language
German
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Nissan verlegt haben; denn auch dieses Ereigniß, das den Berns der Menschheit zur Freiheit und zum Lichte, für immer besiegeln wird, es wird ja einen allgemeinen, symbolischen, einen ewigen Charakter haben, es wird ein ״Zeichen für alle Zeiten sein": darum muß auch dieser Freiheitstag der Zukunft ein Tag des Lenzes sein, wo die Natur die winterstarren Glieder schüttelt und sich zu neuem Leben erhebt. So ist die Freude am Frühling nicht etwas anderes, als die Feier des Passasestes, sondern ein nothwendiger Bestandtheil desselben; diese Freude, sie ist uns angeboren, empfanglieh für Reiz und Schönheit der Natur kommen wir zur Welt, das Kind in der Wiege jauchzt der Sonne entgegen, empfindet es dankbar, wenn der Himmel in heiterer Bläue strahlt; aber jede Kraft rostet, wenn wir sie nicht üben, der Vogel verlöre seine Flngkrast, wenn er nicht flöge, darum ״beachte den Frühlingsmonat", stumpfe in dir nicht ab, sondern bilde immer mehr und mehr an dir aus die Fähigkeit zu dem reinsten und erhe1׳cndsten Genüsse, zu dem der Freude an der Natur. Die Freude aber an der Natur, so sie anders rein und wahr ist, wirkt ohne weiteres veredelnd auf unfern Wandel. Wer jemals mit sinnigen! Blick aus die knospende Blume geschaut, sollte der je grausam die knospenden Blüthen menschlichen Glücks zertreten, weil sie seiner Sehnsucht im Wege stehen? Wer der stummen Pflanze Theilnahme schenkt, sollte der der Klage seines Nächsten sie versagen? Der Frühlingsmonat ist wie an Freuden, so auch an Lehren reich. Dieser Monat, er ist in der Natur die Zeit des Kampfes, noch will der Winter seinen Platz nicht räumen, am Himmel ist die Sonne mit den Wolken im steten*Kampfe; eben hat sie siegreich die Nebel gescheucht und ihren warmen Strahl den Menschen entsendet, aber schon thürmt sich aufs Neue feindliches Gewölk und zieht seine dunkle Decke über den Sonnenball und schickt zur Erde kalte unheimliche Regenschauer. Draußen auf dem Felde zieht eine Wiese mit üppigem Gras unser Auge aus sich, aber daneben steht eine

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