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Israelitisches Predigt-Magazin · 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 98

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
8 (1890)
Issue
1890
Date
1890-01-01
Page
Seite 98 (sequence 104)
Language
German
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98 Trübung sich den Namen ״Antisemitismus" beigelegt hat, einen Namen, welcher deutschem Herzen und Geiste und auch der deutschen Zunge frcmb und der Natur eines sittlich und wissenschaftlich hoch stehenden Volkes ganz entgegen ist. Eine künstlich gezüchtete Treibhauspflanze der niedrigsten Leidenschäften, des Neides, Hasses und der Rache gegen die mit irdischem Besitz Begnadeten in unserer Glaubens-und Stammesgemeinschaft ist der Begriff, die in sinstere Wirklichkeit umgesetzte Idee, die rohe Rath- und Thathandlung der sogenannten antisemitischen Partei. Diese Bewegung ist ״eine Schmach unseres Jahrhunderts" und hat offenbar ihre Wurzel in der ungleichen Vertheilung irdischer Gaben. — Dies vorausgesetzt kehren wir in das Heiligthum der Schrift ein und betrachten die Weise und Weihe der jüdischen Wvhlthätigkeit, welche die Ungleichheit des Besitzes mildert, nicht erbebt vor dem Vorhandensein der Noth, nicht zurückschrickt vor oder mit Abneigung erfüllt wird gegen die Armen, Enterbte!:, Bedrückten und Bedrä!:gten in unserem Volke und Lande, vielmehr aufsucht die Hütte der Armuth und beglückt ist, beglücken zu können. — Es begnügt sich nicht die den: Geiste der göttlichen Lehre entspreche!:de Mildthütigkeit dainit, de!: Nothleidenden nicht abzuweisen, sie läßt h: ihrer Mitte Noth und Elend gar nicht auskommen, arbeitet diesen bektagenswerthen Zuständen wirksan: entgegen נתן תתן אפילו מאה פעמים, giebt nicht ein für alle Mal, behält sich nicht für geeignet scheine!:de Zeiten die Vervielfachung der Gabe:: vor, sondern ist stets rath-, that- und hilfsbereit, richtet die Spende nicht nach Neigung, sondern dem vorhandenen Bedürfnisse gemäß ein. — Wahre jüdische Wvhlthätigkeit erkennet nur die Liebe NON) als ihre Wurzel und Krone an, u::d alle Verschieden- Hecken der Meinung, Stimmung und Stellung schwinde!: vor den Pforten der Bedürftigen. Man giebt, wenn's mit jüdischen: Herzen geschieht, weit über feine Kräfte; weil man des Glaubens und der Hoffnung ist, daß durch die Gnade Gottes, die u!:s Leben und Lebe!:sgut gegeben hat, man doch mit feilten milden Zwecken wachsen muß.' — א־ש כמתנת ידו כברכת ת אלהיך

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