Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 8 (1890)
- Issue
- 1890
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 97 (sequence 103)
- Language
- German
- Belongs to
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XV. Jüdisch- MolMiiligkeit. Predigt zum Schlutzfest. von Rabbiner Dr. S. Naschör. So alt wie die Welt, ist, m. A., der Widerspruch, der in dem heutige!: Festabschnitte in der Richtung sich kundgiebt, daß es;Cap. XV. V. 4) heißt:אפם כי לא יהי' בך אביון ״Es wird doch kein Armer bei Dir sein; denn der Herr wird Dich segnen" und in einer anderen Stelle: (Cap. XV. V. 11): ״ כי לא יהדר אביון מקרב הארץEs wird denn doch nicht an Dürftigen fehlen im Lande, darum befiehlt Dir der Herr die Hand zu öffnen dem armen und dürftigen Bruder in Deinem Lande." Also, die Frage ist noch unerörtert geblieben, weshalb zwei Sätze in der heiligen Urkunde sich insofern widersprechen, als in dem einen die Möglichkeit des Vorhandenseins eines NothstandeS in Abrede gestellt, und in dem anderen als durch die Verhältnisse bedingt behauptet wird. Lasset unS, m. A., über diesen Gegenstand, über die Lösung dieser Schwierigkeit Nachdenken, und das hierbei sich eröffnende Gebiet jüdischer Wohlthätigkeit mit seelischem Auge betrachten. Der Herr aber segne die Hand und das Herz der Edelgesinnten und weihe unsere Betrachtung mit seiner Gnade. Amen! I. ״Denn es wird ja doch wohl der göttliche Segen vor- Händen sein, der die Armuth, das Elend in Deiner Mitte ausschließt." Wenn wir so übersetzen, m. A., ist der Widerspruch sofort der Lösung entgegengereist. Doch lassen Sie zuvor die Lage der Verhältnisse uns betrachten, den schweren Kampf der Besitzenden und Besitzlosen, in dessen Gefolge leider auch der Glaubenskampf austritt, dessen unheimliche?