Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 8 (1890)
- Issue
- 1890
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 102)
- Language
- German
- Belongs to
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96 und theuer sind. Denn wenn wir uns freuen mit den Bedürftigen, deren Gott sich freut, wenn auch mit ihnen die .Menschen sich nicht immer freuen: erfreut uns der Herr mit den Gaben, Freude denen zu bereiten, die sich ihres Gottes freuen wollen. ״Erfreuest Du, spricht der Herr, die meinem Schutze anvertrauten Dürftigen, erfreue Ich die Deinem Haufe zugesellten Angehörigen." Handeln wir gottgefällig, fo macht uns dies menschenwürdig. Und auch diesen Gedanken flechten in den festlichen Kranz wir ein. Denn die Gesellschaft hat im Festgewinde, den Abstufungen der Beftandtheile gemäß, ihre Versinnbildung. Der Paradiesapfel hat Duft und Frucht, die Palme nur die Frucht, die Myrthe nur den Duft, die Weide weder Duft noch Frucht. Und doch gesellt das Duftige zum Fruchtlosen, das Fruchtvolle zum Duftlosen, das Duft- und Fruchtreiche zum Duft- und Fruchtlosen sich in der harmonischen Festesgabe zur Freude vor Gott und Menschen (Vergl. Rabbah Levit. Abfchn. 30). So sollen Menschen von Gesinnung mit Menschen von Gesittung, Männer von Namen, mit Männern der That, Männer mit Wissen mit Männern des Wirkens, Bevorzugte mit Geringen sich zusammenfinden im einheitlichen Bündnisse vor Gott, der alle Brenschen hat geschaffen zu feiner Ehre und zu seiner Herrlichkeit. So hebt sich die Menschenwürde, die Menschen Würdigkeit, quillt der Segen auch in der kleinsten Hütte, strömt die Freude und die Seligkeit im Blumengarten der menschlichen Gesellschaft, Durch beide Symbole predigt das Fest: Seid gottgefällig und menschenwürdig. Der Herr aber spende die Liebe und die Gnade Seiner Gottesgemeinde, daß sie einig sei in Werken des Gottesdienstes und der Menschenthat. Amen!