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Israelitisches Predigt-Magazin · 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 41

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
8 (1890)
Issue
1890
Date
1890-01-01
Page
Seite 41 (sequence 47)
Language
German
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Das ist das Kennzeichen der Bösen, die stete Unruhe, die nie den Lebensgenuß aufkommen läßt. Und wenn man nach diesem Zeichen die Gegenwart beurtheilen sollte; so spräche die nervöse Hast, die alle Kreise durchdringt, sehr zu unsern Ungunsten. In der That hat noch nie die Sucht zu besitzen und die Sucht zu genießen so weit in's Volk hinein um sich gegriffen als in diesen Tagen. Alle möchten reich werden und die Wenigsten können es werden, darin liegt die Erklärung sür vieles Elend unserer Zeit. Wer legt sich bald aus freien Stücken die Frage vor: kann ich meinen Bedarf einschränken; der bittere Zwang nur kann es durchsetzen, daß wir Ueberflüssiges aus unserm Haushalt bannen, und was als ein Akt unseres freien Willens für unsern Charakter ein Triumph gewesen wäre, wird als eine Pein empfunden, weil wir eben nur der Nothwendigkeit gewichen sind. Wir betrachten es als ein Glück, wenn wir einen Luxus mehr erschwingen können; sollte es nicht ein größeres Glück sein, wenn wir-einen Luxus mehr entbehren gelernt haben! Wer sich einmal überzeugen will, wie eitel und lächerlich dies Hasten nach Besitz ist, der braucht sich nur in der Welt umzuschauen; da wird er Leute sehen, die das Zehnfache, die das Hundertfache seines Besitzes haben, die erreicht haben, was ihm nach menschlichem Ermessen alle Zeit versagt bleiben wird; sind sie deswegen ruhig und gesättigt? nun unter so viel Thoren wird cs auch etliche Weise geben, die an dem ermüdenden, zerstörenden Wettlauf sich nicht betheiligcn, aber die meisten, wie der Prophet sagt, können nicht rasten, bis sie am Grabe hinsinken, in das sie nichts hinunternehmen von dem schimmernden Golde. Und ist es denn denkbar, daß eurer bei dieser wilden Jagd die Gesetze des Rechtes sorgfältig achtet, oder ist es nicht viel mehr natürlich, daß er in der Fiebergluth, das Ziel zu erreichen, auch die Hindernisse umstürzt uild bei Seite schiebt, die von der Gerechtigkeit selbst sind ausgerichtct worden! Jedermann sieht ein, wir können nicht alle reich

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