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Israelitisches Predigt-Magazin · 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
8 (1890)
Issue
1890
Date
1890-01-01
Page
Seite 27 (sequence 33)
Language
German
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27 Auch heule wird oft die Sorge für Weib und Kind vorgeschoben, um den zu schützen, der auf Unrechten Wegen nach Erwerb und Gewinn trachtet. Die ehrliche Arbeit soll nicht ausreichen, um das zu erschwingen, was das Leben nothwendig fordert; so habe man denn nach den verbotenen Früchten, die nur durch Trug und Uebervortheilung ge- Wonnen werden können, langen müssen, um die Familie zufrieden zu stellen; die Gründung eines Hausstandes, die in jedem bessern Menschen die Kräfte weckt und erhöht, wird zur Begründung des Unrechts gemißbraucht; unsere Alten sagen mit einem derben Gleichniß. daß, wer für Weib und Kind zu sorgen habe, gleichsam Mühlsteine an seinem Halse trage; so schwer glauben sie, könne uns manchmal die Pflicht werden, für die Unsrigen zu sorgen, aber schwerer als diese Mühlsteine der Sorge ist das Joch der Sünde. Gerade wer ein Haus hat, der muß um so sorgsamer achten aus die Ehre dieses Hauses, aus seinen guten Nus, um, wenn auch keinen andern Besitz, den fleckenlosen Namen den Seinen zu erhalten. Die Rücksicht auf Weib und Kind ist keine Entschuldigung, foubcrit weit eher eine Erschwerung der Sünde, wenn Menschen auf Wegen, die die Religion und das Gewissen verwirft, nach Mehrung des Erwerbs trachten. Das ist kein Grund, der vorhält vor dem göttlicheu Gerichte, der es verhindert, daß einer verstoßen werde aus dem Paradiese der Reinen und der Reuigen. Erwäge Dein Leben, besser karges Brod in reinen Händen als Leck:- reien, an denen der Makel unredlichen Erwerbes haftet, besser die offene Armuth, als der Lohn und die Last der Sünde; und wenn du bisher um einen thörichten Aufwand zu treiben, um die Deinen mit unnützen Flitter zu schmücken dich entwürdigt hast zu Trug und Täuschung, so sei nicht feig und schiebe nicht aus Weib und Kind, die hannlosen und ahnungslosen, die Verantwortung, sondern sprich beschämt und reuig: חטאתי i ch habe gesündigt; dann, wenn du dein Unrecht nicht verbrämst und verdeckst, dann hörst du das Wort, das dein Gewissen befreit: ״ סלחתיich habe

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