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Israelitisches Predigt-Magazin · 1890-01-01 · 1890 · p. Seite 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
8 (1890)
Issue
1890
Date
1890-01-01
Page
Seite 23 (sequence 29)
Language
German
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23 Meister ihre Ehrfurcht zu bezeugen. Da fragte Rabbi Josua, ob sie einen originellen und bedeutsamen Gedanken im Lehr- Hause gehört hätten. Die Jünger antworteten: O Meister, was sind wir, von den Lehren, die du uns spendest, lehren und leben wir. Hierauf sagte R. Josua: Es giebt keine Lehrversammlung, bei der nicht ein schöner und neuer Gedanke hervorträte. Wer trug denn im Lehrhause vor? und sic sagten: Rabbi Elieser, der Sohn Asarja's und über welchen Abschnitt sprach er? über den von der großen Volks- Versammlung, und wie deutete er ihn? Er erwog: es^heißt in der Schrift: Männer, Frauen, Kinder sollen kommen; die Männer natürlich um zu lernen, die Frauen um zu hören, um ihr Gemüth zu erbauen, wozu aber sollen die Unmündigen erscheinen? Er antwortete: damit die Erwachsenen einen Lohn erhalten, wenn sie frühzeitig die Unmündigen an den Gottesdienst gewöhnen. Da sprach R. Josua: eine köstliche Perle haltet Ihr in Händen und wolltet sic mir nicht reichen?" — Eine köstliche Perle! Wer wollte, daß alle Eltern in unserer Zeit diese Perle in ihrer Kostbarkeit und ihrem Glanze erkennen möchten und sich der Pflichten bewußt würden, die ihnen daraus entstehen. Die Unmündigen, sie verstehen nicht viel von den hohen Lehren, aber sie sehen die feierlichen Formen des Gottesdienstes, sie sehen ihre Väter ausmerkend und in Andacht, die Mütter erregt und ergriffen, und eine heilige Ahnung dämmert auf in ihren jungen Seelen Mose kannte die Macht einer frühzeitigen Gewöhnung; er wollte sic nutzen, damit dann die Religion leichter in Herz und Geist der Erwachsenen ausgenommen würde. — Jedoch noch ist dem Mose die Volksversammlung nicht umfassend genug. Es fehlt noch ״dein Fremdling, der in deinen Thoren weilet." Wäre das Gastfreundschaft, wolltet ihr den Fremden, der im Vertrauen auf Euren Schutz zu Euch gekommen ist, ausschließen von Euren Festen? Und Israel braucht das Ohr des Fremden nicht zu scheuen, wenn

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