Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 5 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 249)
- Language
- German
- Belongs to
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236 NUN fehlt den Geschwistern der stets bereite Helfer, uns Allen fehlt der verständige Freund, und das Schicksal hat uns nicht einmal die Gunst gewährt, uns auf den harten Verlust vor- Zubereiten. Plötzlich stürzte der Verderber auf seine Beute, mitten in der Ausübung seines Berufes wurde er hinweggerafft und sein Haus, vor wenigen Tagen noch eine Stätte des Glückes und der Freuden, ist eine Stätte der Klagen und der Schmerzen geworden. Gern spräche ich zumal zur jungen Gattin ein tröstend Wort, das die klaffende Wunde schließt, gern möcht' ich wie Aron das Friedenswort zu Ihnen reden: ach, ich kann keins finden, das völlig beruhigt und tröstet; aber Ihr eigenes frommes Gemüth wird Sie trösten; Sie sind auferzogen in Frömmigkeit, in gläubigem Aufschauen zu Gott Ln den Höhen; Sie wissen, daß seine Wege unersorschlich sind, aber daß seiie Güte unendlich ist. Sie werden zu ihm beten und Ihr Gebet wird den starren Schmerz in Wehmuth lösen. Sie werden in der Pflicht, Ihr junges Kind zu erziehen, daß der Knabe seines Vaters würdig werde, Trost suchen und finden. Tröste, Allgütigcr!, der du verwundest und heilst, die Schwergeprüften, sei Halt und Stütze der betagten Mutter, der gebeugten Gattin, der ganzen Familie, die ihren Stolz und ihre Krone verloren hat. Erfrische und erhebe die schmerzensmüden Seelen und gieb dem Geiste des Entschlafenen Ruhe und Friede und die ewigen Wonnen in deinem heiligen Reiche. Amen. XXXIII. Grabrede. Von Dr. A. Lewin, Rabbiner in Coblenz. Geehrte Trauerversammlung! Wer unter uns hätte nicht beim Anblicke dieser Bahre gedacht oder wohl auch ausge-