Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 5 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 220 (sequence 233)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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220 der Leitung eines Fürsten, der die Eigenheit der deutschen Stämme schont, aber ihre Tugenden und Kräfte gemeinsamen Zielen diestbar macht, jenes Ideal der Sehnsucht, um das soviele deutsche Männer gerungen und geduldet haben, sollte es nicht auch dem jungen Fürstenpaare vor der Seele gestanden haben, ein Ziel aus's Innigste zu wünschen! Ach, was uns das Schriftwort vom gelobten Lande erzählt, daß die Meisten der Israeliten in der Wüste verzweifelten es zu gewinnen, daß nur Wenige voll Muth und Vertrauen festhielten an der Hoffnung, es galt vor einem halben Jahrhundert auch von der deutschen Einheit und Freiheit. Nur Wenige sprachen:״ עלה כעלה וירשנו אתהWir wollen aufwärts steigen und sie uns zu eigen machen". Das Volk war zaghaft, und weithinein in's Land herrschte der Einfluß der Fremden. Aber wie rosig sich auch die junge Fürstin die Zukunft ausdachte, zu wie hohem Ruhme sie auch ihren kraftvollen und pflichtstrengen Gatten bestimmt wähnte, ihr kühnster Traum wol hat ihr kein so goldiges und strahlendes Bild gezeichnet, als ihr heut die Wirklichkeit bietet. Denn sie sitzt zur Seite ihres Gatten auf dem mächtigsten Throne der Erde, die deutschen Fürsten, die deutschen Völker drängen sich huldigend zu diesem Fürstensitz, der Streit der Stämme, der Streit der Parteien schweigt vor seiner Hoheit, die Liebe und Treue einer ganzen Nation hat Gott bestellt, daß sie dieses Fürstenpaar behüten, dieses Fürstenpaar, das heute Freiheit in die Lande hinausruft und Gnade übt und die Kerker öffnet und so manchen Gatten zurückführt zu seinem Weibe, nach seinem Hause. Unser Fürst kann zwar nicht völlig von sich sagen wie dereinst Kaleb: ״ ,ככהי אז ככחי עתהso kräftig wie dawals, so kräftig bin ich heute." Denn was zumal das letzte Jahr an Prüfungen ihm auferlegt hat in Staat und Haus, wußte auch die stärkste Schulter beugen; aber er waltet noch vüstig und eifrig seines Amtes, und seine Herrscherhand leitet dieses weite Reich. Aber dem Deutschen und dem Israeliten, es würde ihnen wenig ziemen bei diesem goldenen Hochzeitsfeste eines erlauch-