Israelitisches Predigt-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt-Magazin
- Volume
- 5 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 232)
- Language
- German
- Belongs to
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219 auch das Diadem goldenen Familienglückes aufs Haupt ge» setzt wird. Es ist ein glückverheißendes Zeichen, daß das erste kaiserliche Paar auf dem Throne Deutschlands eine Vereinung darstellt zweier deutschen Großmächte von gewaltiger Wirkung. Denn auch Weimar war eine Großmacht, deren Held sich die Welt erobert hat, daß sie bewundernd zu seinen Füßen liegt. Vieles hat die Fürstentochter vor Andern voraus an Mitteln der Bildung und Erziehung, jedoch vor Allem neidenswerth war die junge Fürstin, die jetzt die erste Frau Deutschlands ist, darum, daß ein Strahl der Göthe'schen Sonne über ihre Jugend gefallen ist und für immer in ihr Gemüth hineingetragen hat die Begeisterung und das innige Verständniß für Dichtung und Kunst. Verlöschen mag der Ruhm mancher Stadt, in der mächtige Könige ihr Scepter gehalten haben mit starker Hand; aber das kleine Weimar wird eine Großstadt bleiben, nicht nur für Deutschland, sondern für eine ganze Welt, die in Göthe den größten Geistesheros seines Zeitalters verehrt. Der große Friedrich und der große Göthe, das sind die beiden Hellen Sterne am deutschen Himmel, und so innig verbunden war der Dichter dem Fürstenhause von Weimar, daß es ohne Uebertreibung gesagt werden kann: die Fürstin, die unter seinen Augen heranwuchs, die schon als junges Kind mit glückwünschendem Gedichte von seiner Hand erfreut wurde, war beseelt von seinem milden und hohen, weltumfassenden Geiste, als sie, eine glückselige Gattin, hinauszog zu der nordischen Hauptstadt; der junge Fürst aber war ein Erbe der Ueberlieferung aus der Zeit Friedrich des zweiten, der es wußte, daß es dem preußischen Staate, dem Emporkömmling unter den Nationen, nicht vergönnt sei auszuruhen auf dem gewonnenen Lorbeer, sondern daß es gelte weiterzustreben und durch neue Kämpfe und Triumpfe sich den Erfolg der alten zu sichern. Hier war der Bund zwischen Mann und Weib das was er sein soll, der Bund der Kraft mit der Anmuth, der Stärke mit der Zartheit. Das gelobte Land, ein mächtiges deutsches Reich, unter