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Israelitisches Predigt-Magazin · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 221

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
5 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 221 (sequence 234)
Language
German
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"****®מ•׳ 221 ten Fürstenpaares nur an Staat und Volk zu denken, und nicht auch an das innige Familienglück, das dem Fürsten und der Fürstin ein guter Gott beschieden hat, das sie sich gegenseitig gewahrt haben durch Liebe und Treue. Deun der Deutsche ehrt vor Andern den häuslichen Heerd, und das Haus ist ihm ein Heiligthum; ihm strömen nicht so reich und voll die Gaben anmuthiger Geselligkeit; aber sein Heim weiß er sich gar lieb und erfreulich zu gestalten und in seinen vier Pfählen fühlt er sich am wohlsten, wenn die sorgende Gattin und die blühenden Kinder ihn umgeben. Der Deutsche ist, wenn ich so sagen darf, ein Virtuose des Familienlebens, und darum ist der Preuße stolz darauf, daß seine Fürsten meist auch gute Hausväter gewesen sind. Der Israelit aber, wo wäre Familienglück treuer gepflegt, wo inniger empfunden worden, als in diesem Stamme, den die Freuden des Hauses schadlos hielten für Noch und Aechtung der Welt. Schon in den Psalmen heißt es: ״Deine Frau wie eine fruchtreiche Rebe, deine Kinder wie Sprossen des Oelbaumes rings um deinen Tisch, siehe, so wird gesegnet ein Mann, der Gott fürchtet." Darum nehmen wir als Deutsche und Israeliten den innigsten Antheil auch an dem häuslichen Glücke, das unserm Herrscherpaar zu Theil wurde. Wenn eine Braut mit der Myrthenkrone im Haare, wenn der jugendgeschmückte Bräutigam in heiliger Stunde den Herzens- Bund schließen, dann winkt ihnen das Glück der goldenen Hochzeit wie ein gelobtes Land aus der Ferne. Aber die hoffende Jugend, die so vieles glaubt, die so viel erwartet, die mit schwellenden Segeln hinausfährt in die ungewisse Fluth, sie wagt sich kaum dem süßen Traum hinzugeben, daß sie dieses gelobte Land erreichen, daß sie an diesem Ufer lan- 'den werden. Und dieser Zweifel ist nur allzusehr begründet. So wenige gelangen gemeinsam zu solchem Lebensziele, daß jede Genossenschaft es wie ein allgemeines Fest, als eine sellene Jubelfeier begeht, wenn ein Paar in ihrer Mitte, vereint, - eine so weite Lebenswanderung zurückgelegt hat. Und dabei kommen Manche hin, gebrochen an Körper und an Seele,

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