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Israelitisches Predigt-Magazin · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 213

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Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
5 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 213 (sequence 226)
Language
German
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213 Ertrag seiner Arbeit verbürge, ja daß ohne ihn ein Lebensgenuß kaum denkbar sei. Das Gute der Staatsordnung wird ohne besondern Dank entgegenaenommen; dagegen wird jede Leistung nur widerwillig gebracht, und jeder Schaden der menschlichen Gesellschaft ihm zur Last gelegt. Schützen soll er das Land; aber die Heere sind zu theuer; Recht soll im Lande herrschen, aber der Richter sind zuviel; lernen soll die Jugend, aber die Schulen sind zu kostspielig. Auf alles richtet sich die Kritik, nicht die berechtigte, die es besser machen, sondern die unberechtigte, die es bester haben möchte; ja man ist geneigt dem Staate zuzumuthen, daß er durch ein Dekret Armuth und Elend aus der Welt schaffe. Darum, gleichsam als Damm gegen all die Krittler und Tadler hat jeder große Staat seine nationalen Festtage, daß an ihnen sich das Volk des Segens bewußt werde, einem großen Gemeinwesen anzugehören: das Ohr der Nation wird belagert von denen, die mit Grund und ohne Grund, mit Recht und mit Unrecht die Gesetze, die Verwaltung, die Leiter des Staates tadeln, so daß es kaum zu verwundern wäre, wenn die große Maste den Staat als das große Uebel ansähe, aus dem alle andern Plagen entspringen; dem gegenüber ist es nothwendig, daß wir alle es in unsere Seele prägen, daß der Staat das große Gut ist, durch das wir alle andern Güter erst recht genießen; gesetzt, es hätte Einer Geld und Gut; dieser Besitz sichert uns nach menschlichem Urtheil eine große Anzahl von Annehmlichkeiten; aber bietet es uns denselben Grad von Annehmlichkeit in der Mitte von Rußland als reicher Mann zu leben, den uns unser deutsches Land bietet? Und dabei ist ja auch unser östlicher Nachbar ein Kulturstaat. Wie wenig vollends frommt das Geld in Ländern, die ganz baar der Kultur sind? An diesem einfachsten Beispiel erkennen wir, daß die Liebe zum Vaterlande zu all den idealen und gemüthlichen Momenten auch noch in recht praktischen Vortheilen und Vorzügen ihre Wurzel habe; Wir lieben das Land, mit dem wir durch unsere Geburt verknüpft sind, deffen Sprache wir reden. ז

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