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Israelitisches Predigt-Magazin · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 202

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt-Magazin
Volume
5 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 202 (sequence 215)
Language
German
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202 es zu viel des Trennenden auf Erden in Staat, Religion und Volkseigenart, noch ist die Neigung zu Zwist und Hader zu mächtig, zu wenig durch Bildung und Menschenliebe gedämpft und gemildert, als daß nicht der Streit, wenn er auf der einen Seite geschlichtet wird, auf der andern wieder ausbrechen sollte. Die gute Sache kann nur Siege, aber sie kann noch lange keinen Frieden verzeichnen. Darum ist der Tag des Friedens, wenn wir schon davon absehen wollten, daß er allzusehr den Charakter des Zufälligen und Aeußerlichen an sich trägt, kein passender Gedenktag in dieser Welt, wo die Edlen nicht ausruhen können, wo ihrer stets neue Aufgaben warten, wo alles Gute nimmer still und harmlos sich aufbaut, wo es stets den bösen Mächten muß abgerungen werden. Feiert Israel, um an dieser Stätte auf ein Geschichtsgebiet zurückzugreifen, aus dem unser Glaube so oft Beweis und Bewährung nimmt, den Tag, da es Besitz nahm von dem Lande der Verheißung oder den Tag des Sieges, der Gotteshilfe über Aegypten:זז׳ איש מלחמה ׳ה' שפו ״Der Ewige ist ein Kriegsmann, ob auch sein Name die Milde, die Liebe ist". Friede ist eine Hoffnung, ein Sehnen, aber der Sieg des Guten ist die einzige Bürgschaft, daß dieses Hoffen und Sehnen sich erfüllen werde. Der Prophet veranschaulicht in kühnem Gleichniß diesen Gedanken, indem er Gott selbst als einen streitenden, blutbefleckten Krieger darstellt, denn so heißt es in dem dieswöchentlichen Prophetabschnitt: ״Wer kommt herab vom Edom, mit blutbeflecktem Kleid von Bozra? er schreitet daher in prächtigem Siegesgewande, in der Fülle seiner Kraft; ich bin es, der für Gerechtigkeit redet, der mächtige Helfer." Durch kecke Rede, durch den Uebermuth berauschender Worte stach der Feind hervor und rühmte sich eines Uebermaßes von Kraft, aber da es zur Entscheidung kam, da offenbarte sich auch an ihm das salomonische Wort: ״Wolken und Wind und kein Regen folgt, das ist der Mann, der sich fälschlich seiner Gaben rühmt." Schön und erfrischend ist die Flur, wenn das Gewitter sich entladen hat und nach einem jähen Schlag das

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